100 Tage rot-schwarze Koalition: Brandenburgs Haushalts-Krimi beginnt
Brandenburgs rot-schwarze Koalition regiert nun seit 100 Tagen
Die Zusammenarbeit zwischen SPD und CDU folgte auf das Scheitern der SPD-Bündnisses mit der BSW im Januar. Gemeinsam stehen sie vor der Herausforderung, den Haushalt zu konsolidieren und gleichzeitig ihre gemeinsamen politischen Vorhaben voranzutreiben.
Die erste große Aufgabe der Koalition ist die Aufstellung eines gemeinsamen Doppelhaushalts für zwei Jahre. Ziel ist es, das Milliardenloch bis 2028 zu schließen. Erhebliche Kürzungen in verschiedenen Ministerien sollen dazu beitragen, dieses Vorhaben zu realisieren.
Ein Urteil des Verfassungsgerichts zu Besoldungsansprüchen von Beamten verschärft den Druck. Die Entscheidung belastet den Haushalt mit zusätzlichen Kosten zwischen 300 und 600 Millionen Euro. Dennoch bleiben die Einschnitte im Bildungsbereich und im Gesundheitsministerium begrenzt.
SPD und CDU bezeichnen ihre Zusammenarbeit als konstruktiv und frei von Reibereien. Auf der Agenda stehen unter anderem die Ausweitung von Polizeibefugnissen und eine Reform der Kita-Finanzierung. Noch in diesem Herbst sollen zudem eine Landarztquote eingeführt und der Betrieb von „Mini-Supermärkten“ ohne Personal ermöglicht werden.
Nicht alle teilen diesen Optimismus. Der BSW-Fraktionsvorsitzende Niels-Olaf Lüders äußerte Skepsis und erklärte, daraus könne „nichts Gutes entstehen“.
Nun muss die Koalition die finanziellen Zwänge meistern und gleichzeitig ihre politischen Versprechen einlösen. Die Haushaltskürzungen und neuen Initiativen werden Brandenburgs Weg in den kommenden Jahren prägen. Der Erfolg hängt davon ab, ob SPD und CDU die Zusammenarbeit aufrechterhalten können.
