05 June 2026, 17:31

40 Jahre Junge Freiheit: Wie Dieter Stein gegen Brandanschläge und Geheimdienste kämpfte

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

40 Jahre Junge Freiheit: Wie Dieter Stein gegen Brandanschläge und Geheimdienste kämpfte

Dieter Stein, Gründer der Wochenzeitung Junge Freiheit, hat über vier Jahrzehnte voller Herausforderungen und Kontroversen reflektiert. Die Publikation, die einst als kleine konservative Stimme startete, sah sich mit Überwachung, Brandanschlägen und hartnäckigen Gerüchten über ihre Finanzierung konfrontiert. Stein ging kürzlich bei einer Veranstaltung zum 40-jährigen Jubiläum der Zeitung in Berlin auf diese Themen ein.

1986 begann die Junge Freiheit bescheiden mit einer taschenbuchgroßen Erstausgabe von nur 400 Exemplaren, die Stein persönlich mit dem Fahrrad verteilte. Sein Ziel war es, der von ihm wahrgenommenen Vorherrschaft linker Strömungen in Medien und Wissenschaft etwas entgegenzusetzen. Später verlegte die Zeitung ihren Sitz nach Berlin – trotz massiven Widerstands linker Gruppen.

Die Geschichte der Zeitung ist von gewalttätigen Vorfällen geprägt, darunter ein Brandanschlag auf Steins Auto im Jahr 1995 vor dem Redaktionsgebäude. Er erinnerte sich an den Schock des Moments und die Frage, was als Nächstes kommen könnte. Die Beobachtung durch den deutschen Inlandsgeheimdienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), belastete zudem die Beziehungen zu Politikern, Werbekunden und Lesern.

Stein wies wiederholt Vorwürfe zurück, die Junge Freiheit erhalte Gelder von der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD). Er betont, die Zeitung finanziere sich ausschließlich über Verkäufe und Anzeigen. Auch das Etikett „Neue Rechte“ lehnt er ab – es werde ihm von linksextremen Politikwissenschaftlern und Geheimdiensten aufgedrängt. Stattdessen bezeichnet er sich selbst als konservativ.

Auf der Jubiläumsveranstaltung musste sich Stein kritischen Fragen seines Social-Media-Teams stellen. Die Themen reichten von Verbindungen zur AfD und privaten Familienangelegenheiten – etwa der möglichen Musterung seines Sohnes bei der Bundeswehr – bis hin zu internen Machtkämpfen in der rechten Szene und den Folgen der Geheimdienstüberwachung. Er erklärte, er unterstütze die Entscheidung seines Sohnes grundsätzlich, doch liege die Wahl letztlich bei ihm.

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Als entscheidenden Moment hob Stein das Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2005 hervor. Die Richter entschieden damals, dass Geheimdienstberichte Grundrechte verletzen können – ein Meilenstein in der Rechtsgeschichte.

Aus einer kleinen Publikation hat sich die Junge Freiheit zu einer einflussreichen konservativen Stimme entwickelt, doch ihr Weg war von juristischen Auseinandersetzungen und Feindseligkeiten geprägt. Steins Beharren auf Eigenfinanzierung und Unabhängigkeit von der AfD bleibt zentral für ihre Identität. Die Zukunft der Zeitung wird wohl weiterhin von der Entschlossenheit ihres Gründers und den politischen Rahmenbedingungen geprägt sein.

Quelle