12 March 2026, 00:02

Apotheker streiken bundesweit am 23. März für höhere Löhne und gegen Personalmangel

Ein Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "160 Milliarden Euro die Einsparungen, die Steuerzahler durch verhandelte niedrigere Arzneimittelpreise sparen werden."

Apotheker streiken bundesweit am 23. März für höhere Löhne und gegen Personalmangel

Apotheker in ganz Deutschland bereiten landesweite Proteste für den 23. März vor. An diesem Tag werden sie ihre Apotheken schließen und Kundgebungen abhalten, um höhere Löhne zu fordern. Die Demonstrationen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Frustration über stagnierende Gehälter und Personalmangel in der Branche immer größer wird.

Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, hat sich wiederholt öffentlich zu dem Thema geäußert. Er wies darauf hin, dass selbst Hausmeister bei der AOK Niedersachsen nach 15 Jahren Berufserfahrung mehr verdienen als erfahrene Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA).

Fehske hatte kürzlich beim GKV-Spitzenverband, dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen, die Erlaubnis beantragt, ein Foto für ein Protestplakat nutzen zu dürfen. Der Verband lehnte seinen Antrag ab und ignorierte seine weiteren Fragen zu den Tarifverhandlungen. Fehske hatte nach dem Stand der Gehaltsgespräche für AOK-Mitarbeiter gefragt – Deutschlands größtem öffentlichen Krankenversicherer – sowie nach den möglichen finanziellen Auswirkungen auf die Versicherten.

Seinere Schätzung zufolge könnte eine siebenprozentige Lohnerhöhung für AOK-Beschäftigte die Kassen jährlich etwa eine Viertelmilliarde Euro kosten. Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) verdienen derzeit zwischen 36.000 und 40.000 Euro pro Jahr. Da keine aktuellen Daten zu ihren Gehältern vor der letzten Reform vorliegen, sind Vergleiche schwierig.

Die Proteste richten sich vor allem gegen die Krankenkassen und nicht gegen politische Entscheidungsträger. Kritiker werfen den Versicherern vor, während sie hohe Managergehälter aufrechterhalten, gleichzeitig Kürzungen bei der Apothekenfinanzierung voranzutreiben. Fehske warnte, dass die niedrigen Löhne den Fachkräftemangel in der Branche weiter verschärfen.

Am 23. März werden Apotheken ihre Türen schließen, um sich zentralen Kundgebungen anzuschließen. Mit der Aktion soll Druck auf die Krankenkassen und die Politik ausgeübt werden, um die seit langem bestehenden Lohnungleichheiten zu beseitigen.

Die Demonstrationen werden eine seltene geschlossene Aktionsfront der Apotheker zeigen. Ihre Forderungen konzentrieren sich auf eine fairere Bezahlung und ein Ende der Finanzierungskürzungen. Branchenvertreter warnen, dass ohne Veränderungen der Personalmangel und Einschränkungen bei der Versorgung weiter bestehen könnten.