05 June 2026, 15:10

BAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele prangert mangelnde Vielfalt im britischen Fernsehen an

'Vengeance: Mord auf der Heide' - Schöpferin Aysha Rafaele klagt über mangelnde Fortschritte in der Darstellung von Schwarzen und britischen Asiaten im Fernsehen seit Adeel Akhtar bei 'Mord durch meinen Vater' einen BAFTA gewann

BAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele prangert mangelnde Vielfalt im britischen Fernsehen an

Die vierfache BAFTA-Preisträgerin Aysha Rafaele kritisiert mangelnden Fortschritt bei der Darstellung Schwarzer und britisch-asiatischer Communities im Fernsehen

Die preisgekrönte Filmemacherin Aysha Rafaele, die bereits vier BAFTA-Auszeichnungen erhalten hat, hat sich nun zur fehlenden Entwicklung bei der Darstellung Schwarzer und britisch-asiatischer Gemeinschaften auf dem Bildschirm geäußert. Ihr neues Channel-4-Drama „Vengeance: Mord auf der Heide“ beleuchtet den realen Fall des Sikhs Gagandip Singh, eines TV-Managers, der bei einem als „Honeytrap-Mord“ bekannten Verbrechen ums Leben kam. Die Ausstrahlung erfolgt am kommenden Sonntagabend.

Im Mittelpunkt der Serie steht der Tod Gagandip Singhs im Jahr 2003, der von seiner Freundin Mundill Mahil in ein Studentenhaus gelockt wurde, nachdem sie ihn der sexuellen Nötigung beschuldigt hatte. Dort wurde Singh angegriffen, in Brand gesetzt und getötet. Mahil sowie Harvinder „Ravi“ Shoker und Darren Peters wurden später wegen ihrer Beteiligung an der Tat verurteilt. Rafaele ist überzeugt, dass keiner der Beteiligten mit einer solchen Eskalation der Gewalt gerechnet hatte.

Die Regisseurin entschied sich für diese Geschichte, weil sie findet, dass die Erfahrungen britischer Sikhs im Fernsehen nur selten authentisch dargestellt werden. Asiatische Mädchen würden oft als passiv gezeigt, während asiatische Jungen auf das Klischee des „Bravheitsvorbilds“ reduziert würden. Schwarze und nicht-weiße Schauspieler*innen erhielten hingegen häufiger Rollen als mittelständische weiße Charaktere statt als Figuren, die ihre eigenen Communities widerspiegeln.

Ihre Frustration rührt daher, dass sich seit 2017 – als Adeel Akhtar für „Murdered by My Father“ einen BAFTA gewann – kaum etwas verändert habe. Sie hatte auf vielfältigere und tiefgründigere Erzählweisen gehofft, doch nun habe sich „rein gar nichts“ auf dem Bildschirm materialisiert. „Vengeance“ soll diese Lücken schließen, indem es jede Figur zugleich als Täter*in und Opfer zeigt und ihren Geschichten damit mehr Komplexität verleiht.

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Gemeinsam mit ihrem kreativen Partner Joseph Bullman hat Rafaele Erfolg gehabt, indem sie ihre Projekte direkt an die Dokumentarfilm-Abteilungen von Channel 4 – statt an die Drama-Redaktion – pitchte. Dieser Ansatz ermöglichte eine schnellere Umsetzung, wenn auch mit geringeren Budgets. Schon ihr vorheriges Projekt „Dirty Business“ folgte diesem Weg und bewies, dass künstlerische Freiheit auch außerhalb klassischer Dramaförderung gedeihen kann.

„Vengeance: Mord auf der Heide“ feiert am Sonntag bei Channel 4 Premiere. Die Serie greift einen realen Kriminalfall auf und thematisiert zugleich grundlegende Fragen zur Repräsentation im britischen Fernsehen. Rafaele setzt sich weiterhin für authentischere Geschichten aus Schwarzen und asiatischen Communities ein – doch echte Veränderungen auf dem Bildschirm vollzögen sich ihrer Meinung nach nur zögerlich.

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