Bargeld stirbt langsam – doch wer bleibt auf der Strecke?
Bargeldzahlungen geraten zunehmend unter Druck, da immer mehr Händler Selbstbedienungskassen einführen, die Banknoten ablehnen. Verbraucherschützer warnen vor der schrumpfenden Akzeptanz von Bargeld und betonen, dass daduch manche Kundinnen und Kunden benachteiligt werden könnten. Zwar gewinnen digitale Zahlungsmethoden an Beliebtheit, doch Befürworter fordern rechtliche Schutzmaßnahmen, um Bargeld als Zahlungsoption zu erhalten.
In ganz Deutschland sind derzeit rund 710.000 Kassen im Einsatz, darunter 38.650 Selbstbedienungsterminals – eine Zahl, die sich seit 2023 mehr als verdoppelt hat. Viele dieser Geräte akzeptieren jedoch nur Karten oder mobile Zahlungen und schließen damit Kunden aus, die auf Bargeld angewiesen sind. Zwar haben große Handelsketten wie Kaufland über 8.000 Selbstbedienungskassen mit beiden Optionen ausgestattet, andere wie Netto testen in ausgewählten Filialen jedoch bereits Systeme, die ausschließlich per App funktionieren.
Eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2023 zeigte, dass zwar noch 51 Prozent der täglichen Transaktionen in bar abgewickelt wurden – ein Rückgang um sieben Punkte seit 2021 –, doch in 98,7 Prozent der Testkäufe wurde Bargeld akzeptiert. Trotz dieser hohen Akzeptanzrate betonen Verbraucherschützer, dass Bargeld weiterhin unverzichtbar sei – etwa für den Datenschutz, die Haushaltskontrolle oder als zuverlässiges Zahlungsmittel bei Strom- oder Internetausfällen.
Dorothea Mohn, Finanzexpertin beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), warnt, dass eine weitere Einschränkung von Bargeldoptionen Menschen ohne Zugang zu digitalen Zahlungsmitteln ausschließen könnte. Die Organisation fordert daher gesetzliche Grenzen für bargeldlose Ausnahmen sowie eine Mindestanzahl an Bargeld akzeptierenden Kassen in jedem Geschäft.
Der Trend zu digitalen Zahlungen hält an, da viele Kundinnen und Kunden die Bequemlichkeit von Karte oder Smartphone schätzen. Dennoch bestehen Verbraucherschützer darauf, dass Bargeld eine garantierte Option bleiben muss – gestützt durch klare rechtliche Vorgaben. Ohne solche Regelungen, so ihre Argumentation, könnte eine wachsende Zahl von Menschen Schwierigkeiten haben, grundlegende Einkäufe zu tätigen.






