BDA-Chef fordert mehr Produktivität: "Deutschland muss seinen Arbeitswillen wiederentdecken"
Moritz MüllerBDA-Chef fordert mehr Produktivität: "Deutschland muss seinen Arbeitswillen wiederentdecken"
Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), hat deutsche Arbeitnehmer zu höherer Produktivität aufgerufen. Er warnte, dass die wirtschaftliche Zukunft des Landes von mehr Effizienz und besseren Rahmenbedingungen für Unternehmen abhänge.
Kampeter kritisierte zudem die Bundesregierung scharf, weil sie notwendige Reformen nicht umsetze, und sprach von einem "offensichtlichen Handlungsversagen".
Zu den wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands erklärte Kampeter, die Nation müsse ihren "Arbeitswillen" wiederentdecken. Viele seien nach den Hartz-IV-Arbeitsmarktreformen davon ausgegangen, dass Deutschland weiterhin der attraktivste Wirtschaftsstandort Europas bleibe. Seine Antwort darauf fiel deutlich aus: "Mitnichten."
Er verwies auf die hohe Belastung der Unternehmen, darunter steigende Energiepreise, übermäßige Bürokratie und wachsende Lohnkosten. Kampeter betonte, dass Betriebe nur dann hochwertige Produkte und Dienstleistungen anbieten könnten – den Rest müsse die Politik regeln.
Am Beispiel der Automobilindustrie machte er deutlich, dass sich Deutschland diese Kosten nur leisten könne, wenn es seinen Ruf als Qualitätsstandort bewahre. Ohne gesteigerte Produktivität und politische Unterstützung drohe das Land weiter zurückzufallen.
Kampeters Äußerungen unterstreichen die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Sein Appell für mehr Produktivität und weniger Belastungen für Unternehmen kommt zu einer Zeit, in der die Branchen mit steigenden Kosten und stockenden Reformen zu kämpfen haben. Der BDA-Chef warnt: Ohne schnelles Handeln könnte die Position Deutschlands als führender Wirtschaftsstandort schwächer werden.






