05 June 2026, 18:04

Berlin 2036: Olympia-Bewerbung droht am Bürgerwillen zu scheitern

Berlin und Olympia

Berlin 2036: Olympia-Bewerbung droht am Bürgerwillen zu scheitern

Deutschland erwägt eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036, wobei Berlin als Favorit gilt. Doch der Widerstand formiert sich bereits – ähnlich wie bei früheren Ablehnungen, etwa dem gescheiterten Hamburger Versuch für 2024. Eine neue Kampagne, unterstützt von politischen Gruppen, will die Bewerbung nun durch eine Volksabstimmung stoppen.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird bis zum 26. September über die Kandidatur entscheiden, doch Berlins Weg bleibt ungewiss. Ende 2015 hatten die Hamburger Bürger eine Bewerbung für die Spiele 2024 mit 51,6 Prozent der Stimmen abgelehnt – nach einem Bürgerentscheid, ein Verfahren, das nun erneut gefordert wird, diesmal in Berlin. Die Initiative „NoOlympia“, getragen von der Linken und den Grünen, sammelt bereits Unterschriften, um eine erneute Abstimmung zu erzwingen.

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Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat vorgeschlagen, einen Bürgerentscheid in den Bewerbungsprozess einzubinden. Kritiker bezeichnen dies jedoch als „Bürgerentscheid von oben“, da es an echter Bürgerbeteiligung fehle. Anders als in Hamburg, wo Volksbegehren die Mitwirkung der Opposition und eine Zweidrittelmehrheit im Parlament erfordern, gelten in Berlin andere Regeln. Eine mögliche Abstimmung gegen die Olympischen Spiele wäre aufgrund rechtlicher Fristen frühestens in einem Jahr möglich.

Währenddessen zeigen München und Nordrhein-Westfalen starke Unterstützung für eine Bewerbung – rund zwei Drittel der Einwohner stehen dahinter. Berlins Olympia-Befürworter, darunter Wegner und Sportmanager Kaweh Niroomand, spielen das Risiko eines scheiternden Referendums herunter. In Hamburg bleibt die Stimmung gespalten, ohne klare Mehrheit für oder gegen eine künftige Bewerbung.

Falls Berlin ausgewählt wird, könnte die Kandidatur dennoch 2027 einer Volksabstimmung unterzogen werden – und damit ähnlich wie Hamburgs gescheiterter Versuch vor Jahren noch scheitern. Die endgültige Entscheidung des DOSB über die deutsche Olympiabewerbung steht bis zum 26. September an. Sollte Berlin den Zuschlag erhalten, müsste die Stadt möglicherweise später doch noch die Wähler überzeugen. Der Ausgang könnte davon abhängen, ob die Gegner genug Unterstützung mobilisieren, um eine erneute Abstimmung zu erzwingen. Ohne breiteren Konsens bleibt der Erfolg der Bewerbung ungewiss.

Quelle