Berliner Gericht verurteilt Manipulation von Patientenakten im Gesundheitssystem
Emma KochBerliner Gericht verurteilt Manipulation von Patientenakten im Gesundheitssystem
Ein Berliner Gericht hat Urteile in einem Bestechungsfall gefällt, der zwei Männer betrifft, die mit dem Gesundheitssystem der Stadt in Verbindung stehen. Ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (KV Berlin) erhielt eine Bewährungsstrafe, während ein Mitarbeiter einer Krankenkasse zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt wurde. Beide wurden wegen ihrer Rolle bei einer Manipulation von Patientenakten schuldig gesprochen, durch die zusätzliche Gelder erschlichen werden sollten.
Im Mittelpunkt des Verfahrens standen illegale Absprachen, die vor über einem Jahrzehnt getroffen wurden. Der 62-jährige Ex-Vorstand der KV Berlin und der 46-jährige Krankenkassenmitarbeiter änderten 2015 ohne Rücksprache mit Ärzten verschlüsselte medizinische Diagnosen ab. Diese Änderungen ermöglichten es dem Krankenversicherungsträger, höhere Zahlungen aus dem System zu beanspruchen.
Das Gericht stellte fest, dass beide Angeklagten wussten, dass ihr Handeln gegen Regeln verstieß – darunter auch gegen die ihrer eigenen Aufsichtsgremien. Ermittler zufolge hatte der ehemalige Vorstand Daten-speichermedien von seinen Mittätern erhalten und die Änderungen gebilligt. Zwar bereicherten sich die beiden nicht persönlich, doch der Krankenkassenmitarbeiter erhoffte sich berufliche Vorteile, während der Ex-Vorstand die Finanzen der KV Berlin aufbessern wollte.
Die Staatsanwaltschaft hatte schärfere Strafen gefordert, darunter Bewährungsstrafen von bis zu einem Jahr und neun Monaten sowie eine Einziehung von 250.000 Euro von der KV Berlin. Das Gericht verhängte jedoch mildere Urteile. Weitere Vorwürfe aus dem Jahr 2014 konnten nicht bewiesen werden.
Die Bewährungsstrafe und das Bußgeld markieren das Ende eines Falls, der Schwachstellen in der Kontrolle der Gesundheitsfinanzierung aufdeckte. Das Urteil bestätigt, dass die Manipulation von Patientenakten stattfand, doch das finanzielle Ausmaß für das System bleibt unklar. Keiner der Angeklagten muss eine Haftstrafe sofort antreten, doch das Urteil schafft einen Präzedenzfall für ähnliche Fälle in Zukunft.






