Betrüger fordern falsche Bußgelder von Balkon-Solaranlagen-Besitzern
Stjepan HeinrichBetrüger fordern falsche Bußgelder von Balkon-Solaranlagen-Besitzern
Besitzer kleiner Balkon-Solaranlagen in Deutschland erhalten betrügerische Schreiben mit Forderungsbescheiden
Inhabende von Mini-Photovoltaikanlagen auf Balkonen werden derzeit mit gefälschten Schreiben konfrontiert, in denen angebliche Bußgelder gefordert werden. Die falschen Briefe geben vor, vom Bundesnetzagentur zu stammen. Nun warnen die Behörden offiziell vor dem Betrug.
In den Schreiben werden die Empfängerinnen und Empfänger aufgefordert, innerhalb von 14 Tagen 41,60 Euro zu zahlen – andernfalls drohe eine „vollständige Strafe“ von 208 Euro. Die Betrüger nutzen dabei echte rechtliche Vorgaben für Balkon-Solaranlagen aus: Nach deutschem Recht müssen solche Anlagen innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister angemeldet werden. Zudem sind jährliche Zählerstände zu übermitteln, um die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu erhalten.
Die gefälschten Schreiben imitieren behördliche Mitteilungen, enthalten jedoch deutliche Fehler. Die Bundesnetzagentur weist auf falsche Absenderadressen und Telefonnummern als Warnsignale hin. Zudem verlangen die Briefe fälschlicherweise eine sofortige Registrierung und einen jährlichen EEG-Bericht – obwohl die Betroffenen ihre Meldepflicht oft bereits erfüllt haben.
Die Behörden bestätigen, dass bei unterlassener Anmeldung tatsächlich Bußgelder drohen können. Die Betrüger missbrauchen diese Regelung jedoch, um Menschen zu nicht existierenden Zahlungen zu verleiten. Die Bundesnetzagentur rät, die Forderungen zu ignorieren und die Schreiben der Polizei zu melden.
Die Warnung kommt zu einer Zeit, in der Balkon-Solaranlagen in Deutschland immer beliebter werden. Offensichtlich zielen die Betrüger auf neue Besitzer ab, die mit den Anmeldeverfahren noch nicht vertraut sind. Die Behörden betonen, dass echte Bußgeldbescheide stets mit Vorwarnung und ordnungsgemäßer Prüfung verbunden wären.
Die Bundesnetzagentur stellt klar: Die Schreiben stammen nicht von ihr. Empfänger sollten die Zahlungsaufforderungen ignorieren und sich an die Strafverfolgungsbehörden wenden. Polizeiliche Meldungen können helfen, die Verantwortlichen für den Betrug ausfindig zu machen.






