Betrüger kassiert 450.000 Euro Corona-Hilfe – und scheitert mit Firmen-Trick
Paul FischerBetrüger kassiert 450.000 Euro Corona-Hilfe – und scheitert mit Firmen-Trick
Ein 34-jähriger Mann ist zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er die Regierung um 450.000 Euro aus COVID-19-Hilfsgeldern betrogen hatte. Das Landgericht Frankfurt am Main stellte fest, dass er mit einer gefälschten Baufirma das Geld durch Täuschung erschlichen und es umgehend in bar abgehoben hatte.
Der Angeklagte hatte einen KfW-Schnellkredit beantragt und behauptet, die Mittel seien für Investitionen und Betriebskosten seines Unternehmens bestimmt. Stattdessen hob er den gesamten Betrag innerhalb weniger Wochen nach Erhalt in bar ab. Ermittler entdeckten später, dass das Unternehmen nur zum Schein gegründet worden war, um den Kredit zu erhalten.
Um seine Spuren zu verwischen, engagierte der Mann einen sogenannten "Firmenbestatter", der das Unternehmen nach Berlin verlegte und dort auflöste. Dieser Schritt diente dem Versuch, einer Strafverfolgung zu entgehen. Das Gericht sprach ihn der Betrugs- und Subventionsbetrugs schuldig und bestätigte, dass er die Pandemie-Hilfsmaßnahmen für persönliche Bereicherung ausgenutzt hatte.
Im Rahmen des Urteils ordnete das Gericht die Einziehung der vollen 450.000 Euro an. Die Behörden haben bereits 50.000 Euro als Teilrückerstattung sichergestellt. Bisher wurden keine weiteren Mittäter oder verknüpfte Unternehmen in diesem Fall öffentlich bekannt – Stand 13. Februar 2026.
Die Verurteilung beendet einen Fall von Missbrauch staatlicher Notfallhilfen in der Pandemie. Der Angeklagte muss dreieinhalb Jahre Haft antreten, während die verbleibenden 400.000 Euro weiterhin der Einziehung unterliegen. Das Urteil unterstreicht die Konsequenzen für diejenigen, die öffentliche Förderprogramme für eigene Zwecke ausnutzen.
Parallelfall in Frankfurt deckt weitverbreitete Pandemievorteilsnahmebetrug auf
In Frankfurt ist ein paralleler Fall aufgetaucht, der ein wiederkehrendes Muster von Pandemievorteilsnahmebetrug aufdeckt. Die Behörden haben einen weiteren Fall aufgedeckt, in dem ein Trio ähnliche Methoden nutzte, um die Regierung um 3,6 Millionen Euro zu betrügen. Dieser Fall, der Scheinfirmen und gefälschte Dokumente beinhaltet, unterstreicht die koordinierte Natur solcher Betrugsfälle während der Krise.
