Bevölkerungsschutz in Halle: Wo die Stadt noch dringend nachbessern muss
Emma KochBevölkerungsschutz in Halle: Wo die Stadt noch dringend nachbessern muss
Große Debatte zum Bevölkerungsschutz findet nächste Woche in Halle (Saale) statt
Die CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt veranstaltet am kommenden Dienstag, den 2. Juni 2026, um 18:00 Uhr eine Fachveranstaltung unter dem Titel „Perspektiven des Bevölkerungsschutzes: Wie gut ist die Gesellschaft vorbereitet?“ Im Mittelpunkt steht die Frage, wie gut Kommunen und das Land Krisen bewältigen können – mit einem kritischen Blick auf Stärken und Schwächen der aktuellen Planungen.
Die Veranstaltung findet im Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ) in Halle statt. Sie erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Stadt trotz Fortschritten in zentralen Bereichen weiterhin erhebliche Lücken in der Notfallvorsorge aufweist.
Halle verfügt über keine öffentlichen Schutzräume, wie sie das Bevölkerungsschutz- und Katastrophenhilfegesetz (ZSKG) eigentlich vorschreibt. Weder die GWG Halle-Neustadt GmbH noch die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH stellen spezielle Schutzräume oder Notfallpläne für Mieter in Mehrfamilienhäusern bereit. Allerdings gibt es Schutzkonzepte für kritische Infrastrukturen und Warnsysteme.
Das Sirenennetz wird derzeit modernisiert – an 17 Standorten sind die Anlagen bereits auf dem neuesten Stand. Zudem ist Halle vollständig an das bundesweite Modulare Warnsystem (MoWaS) angeschlossen, das über Cell Broadcast und Apps wie Katwarn Warnmeldungen verbreitet. Die Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen-Anhalt, Hilfsorganisationen und der Bundeswehr wurde intensiviert, und es finden nun jährlich großangelegte Übungen statt.
In einigen Bereichen ist die Vorsorge jedoch besser: Die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft (HWS) kann die Trinkwasserversorgung und Abwassersysteme bei einem großflächigen Stromausfall bis zu drei Tage aufrechterhalten. Der Energiespark Dieselstraße, ein zertifizierter Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS), hält strenge Sicherheitsvorgaben ein und unterzieht sich jährlichen externen Prüfungen.
Bei der anstehenden Veranstaltung werden Expertinnen und Experten die Resilienz Halles bewerten. Zwar gibt es funktionierende Warnsysteme und Schutzmaßnahmen für Infrastrukturen, doch das Fehlen öffentlicher Schutzräume bleibt ein zentrales Problem. Ziel der Diskussion ist es, Wege zur Verbesserung der Krisenvorsorge in der gesamten Region aufzuzeigen.






