24 March 2026, 16:11

Brandenburger Kirchenkrankenhäuser kämpfen um ihre Existenz durch Reform und Finanznot

Offenes Buch mit detaillierter Karte von Brandenburg auf schwarzem Hintergrund.

Brandenburger Kirchenkrankenhäuser kämpfen um ihre Existenz durch Reform und Finanznot

Krankenhäuser in Trägerschaft der Kirchen in Brandenburg stehen vor massiven finanziellen Problemen – ausgelöst durch die anhaltende Krankenhausreform in Deutschland. Bereits jetzt schreiben rund 80 Prozent der medizinischen Einrichtungen in der Region rote Zahlen und müssen ihre Versorgungsstrukturen grundlegend überdenken. Führende Träger fordern nun dringend Bundeshilfe, um weitere Kürzungen bei den Leistungen zu verhindern.

Der Verband der christlichen Krankenhäuser, zu dem große Standorte wie das Alexianer St. Joseph Krankenhaus Potsdam, das Immanuel Krankenhaus Bernau (Brandenburger Herzzentrum) und das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow gehören, hat Alarm geschlagen. Gemeinsam behandeln diese Häuser jährlich etwa 185.000 Patientinnen und Patienten und beschäftigen 5.500 Mitarbeiter. Zwar verzeichnete der Verbund 2024 Umsatzerlöse in Höhe von 530 Millionen Euro, doch steigende Kosten durch Inflation und Tariferhöhungen bringen die Finanzen an den Rand des Kollapses.

Krankenhäuser in Potsdam, Bad Belzig und Bernau pochen auf zusätzliche Bundesmittel, um den Betrieb zu stabilisieren. Die Immanuel Albertinen Diakonie, ebenfalls Teil des Verbands, fordert im Rahmen der Reform spezielle Regelungen für kleinere Häuser – darunter mehr Flexibilität bei der Zuweisung von Leistungsbereichen. Ohne Unterstützung könnten viele Einrichtungen gezwungen sein, sich auf Teilbereiche zu spezialisieren statt eine vollumfängliche Versorgung anzubieten, was die medizinische Grundversorgung vor Ort gefährden würde.

Die neue SPD/CDU-Koalition hat zwar zugesichert, Krankenhäuser entweder als Vollversorger oder ambulante Zentren zu erhalten. Die ehemalige Gesundheitsministerin Britta Müller hatte sich zuvor für den Ausbau von Polikliniken ausgesprochen, um stationäre und ambulante Versorgung besser zu vernetzen. Angesichts der wachsenden Verluste warnen die Träger jedoch, dass bloße Zusagen nicht ausreichen, um Schließungen oder Leistungsabbau zu verhindern.

Die Finanzkrise der Brandenburger Krankenhäuser verschärft sich weiter. Ohne Unterstützung aus Berlin könnten weitere Häuser ihren Betrieb einschränken oder sich auf wenige Fachgebiete beschränken müssen. Der Erfolg der Reform hängt nun davon ab, ob es der Politik gelingt, Kostendruck und den Erhalt essenzieller Versorgungsstrukturen in Einklang zu bringen.

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