Braunschweigs Großer-Hof-Viertel vor radikaler Erneuerung für 60 Millionen Euro
Lukas HoffmannBraunschweigs Großer-Hof-Viertel vor radikaler Erneuerung für 60 Millionen Euro
Braunschweigs Großer-Hof-Viertel steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Next Tuesday wird der Stadtrat über einen Plan abstimmen, das Gebiet als städtebauliches Sanierungsgebiet auszuweisen. Bei einer Zustimmung könnte das 60-Millionen-Euro-Projekt das Viertel mit neuem Wohnraum, kreativen Flächen und einer verbesserten Infrastruktur grundlegend verändern.
Der Großer Hof kämpft derzeit mit drängenden Problemen. Zwei Schulen wurden geschlossen, und das Viertel wird von Parkplätzen dominiert, was ihm einen vernachlässigten Charakter verleiht. Stadtvertreter sprechen von dringendem Handlungsbedarf – es gebe mehr geparkte Autos als Anzeichen für lebendiges Stadtleben.
Der Sanierungsplan basiert auf einem preisgekrönten Entwurf eines Hamburger Architekturbüros aus dem Jahr 2024. Zu den zentralen Elementen gehören ein autofreies Kreativquartier, neue Wohngebäude und eine Tiefgarage für das Viertel. Zudem sind Flächen für die Städtische Galerie, Ateliers für Künstler:innen und Unternehmen der Kreativwirtschaft vorgesehen. Auch soziale Infrastruktur wie eine Kita und ein Familien- und Nachbarschaftszentrum sind Teil des Konzepts.
Die Finanzierung des 60-Millionen-Projekts erfolgt aus mehreren Quellen. Die Stadtverwaltung stellt 7,9 Millionen Euro bereit und beantragt Mittel aus dem Bundes- und Landesprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“. Die restlichen Kosten werden durch Städtebaufördergelder von Land und Bund gedeckt.
Die Lage des Viertels am Rande der Innenstadt unterstreicht die Dringlichkeit. Planer:innen sehen in der Umgestaltung eines Gebiets mit klaren städtebaulichen Defiziten sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Eine erfolgreiche Abstimmung nächste Woche würde den Weg für die Sanierung ebnen. Ziel ist es, den Großer Hof zu einem gemischten Quartier mit Wohnraum, kreativen Arbeitswelten und Gemeinschaftseinrichtungen zu entwickeln. Bei vollständiger Umsetzung wäre es eines der größten Stadterneuerungsprojekte Braunschweigs der letzten Jahre.






