10 June 2026, 12:03

Bremen prüft fragwürdige Abgänge von Staatsräten – und stößt auf Löschungen und Geheimhaltung

Goldene Handschläge, gelöschte Chats und fehlplatzierte Dateien

Bremen prüft fragwürdige Abgänge von Staatsräten – und stößt auf Löschungen und Geheimhaltung

Ein Untersuchungsausschuss der Bremer Bürgerschaft prüft die Entlassung von Staatsräten in den vergangenen zehn Jahren. Die Überprüfung erfolgte vor dem Hintergrund von Bedenken, wie solche Abgänge gehandhabt werden. Regine Komoss, Staatsrätin in der Bildungsbehörde, wurde 2022 bereits nach einem Monat im Amt in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Ziel des Ausschusses ist es, zu klären, ob das Verfahren zur Abberufung von Staatsräten verbessert werden kann. Politische Beamte in Deutschland können zwar jederzeit ohne Angabe von Gründen abberufen werden, erhalten jedoch oft großzügige Abfindungsregelungen. Kritiker werfen der Regierung vor, abgehende Amtsträger mit „goldenen Händedrucks“ zu belohnen.

Im Laufe der Ermittlungen kam ans Licht, dass in einem Signal-Chat zwischen Irene Strebl und Jan Fries, beide Staatsräte in der Umweltbehörde, fünf Nachrichten gelöscht worden waren. Die Löschung allein deutet jedoch nicht auf Fehlverhalten hin, da nicht alle Dienstchats von Beamten archiviert werden müssen. Der Ausschuss hat zwar das Recht, alle relevanten Unterlagen einzusehen, doch in mindestens einem Fall verweigerte der Senat die Herausgabe der Dokumente.

Ein anonymer Hinweis auf gelöschte E-Mails im Zusammenhang mit dem Fall stammte von Tobias Hentze, dem Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Zudem hatten Mitarbeiter der Finanzbehörde bereits zuvor Bedenken gegen die Zusage einer Versetzungsgarantie für Komoss geäußert. Ihre Einwände wurden schriftlich festgehalten.

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Die Untersuchungen bringen weiterhin Details über den Umgang mit Abberufungen von Staatsräten ans Licht. Die Ergebnisse des Ausschusses könnten zu Änderungen führen, wie solche Fälle künftig gehandhabt werden. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen weiterhin Transparenz und Verantwortlichkeit im Verfahren.

Quelle