Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Teilfreiheit mit großen Lücken
Moritz MüllerCannabis-Legalisierung in Deutschland: Teilfreiheit mit großen Lücken
Deutschland macht 2024 einen großen Schritt: Cannabis wird teilweise legalisiert
Im April 2024 vollzog Deutschland einen bedeutenden Schritt und legalisierte Cannabis für Erwachsene teilweise. Das neue Gesetz erlaubt nun Besitz und privaten Anbau – ein Wandel nach Jahren der Stagnation in der Drogenpolitik. Doch Herausforderungen bleiben, insbesondere bei der Bekämpfung des Schwarzmarkts und der sicheren Versorgung von medizinischen Nutzer:innen.
Die Grünen setzen sich seit Langem für ein reguliertes System ein, das illegale Verkäufe ersetzen soll. Dennoch sorgen Versorgungslücken und unzureichender Jugendschutz weiterhin für Bedenken.
Von der Illegalität zur Teillegalisierung Vor 2024 war Cannabis in Deutschland trotz jahrelanger Debatten vollständig verboten. Das änderte sich am 1. April 2024 mit dem Inkrafttreten der Teillegalisierung. Seither dürfen Erwachsene kleine Mengen besitzen und zu Hause Pflanzen anbauen. Eine vollständige Legalisierung – inklusive reguliertem Verkauf – steht jedoch noch aus.
Erste Erfolge, aber der Schwarzmarkt bleibt stark Daten aus dem Jahr 2026 deuten auf eine leichte Schwächung des Schwarzmarkts hin. Studien des Bundeskriminalamts zeigen einen Rückgang illegaler Verkäufe um 10 bis 20 Prozent in Bundesländern mit hohem Konsum wie Berlin, Hamburg und Bayern. Doch Umfragen von 2025 belegen, dass sich rund 70 Prozent der Cannabis-Konsument:innen weiterhin an unregulierte Quellen wenden. Der zweite Zwischenbericht der Wissenschaft bestätigt: Zwar schrumpft der Schwarzmarkt, doch der Gesamtkonsum steigt nicht spürbar an.
Kritik an Lücken im System Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen, verweist auf anhaltende Probleme. Er bezeichnet das aktuelle System für medizinisches Cannabis als "Lücke" und warnt vor unzureichenden legalen Versorgungswegen. Zudem betont er die Notwendigkeit, den Jugendschutz zu stärken – auch wenn der Cannabiskonsum unter Adoleszenten seit der Legalisierung weiter zurückgeht.
Die Grünen argumentieren, die Legalisierung breche mit der gescheiterten Vorstellung, dass allein Repression drogenpolitische Probleme lösen könne. Ihr Ziel: den Schwarzmarkt durch legale Zugänge ersetzen – ohne neue graue Zonen zu schaffen. Kritiker:innen verweisen jedoch auf weiterhin bestehende Regelungslücken, besonders bei der Beschaffung von medizinischem Cannabis, wo Patient:innen nach wie vor auf Hürden bei der legalen Verschreibung stoßen.
Gemischte Bilanz nach zwei Jahren Teillegalisierung Zwei Jahre nach der Teillegalisierung zeigt die deutsche Cannabispolitik ein zwiespältiges Bild: Der illegale Handel geht leicht zurück, doch der Schwarzmarkt dominiert weiterhin. Medizinische Nutzer:innen kämpfen weiterhin mit Versorgungsengpässen, während der Konsum unter Jugendlichen sinkt.
Die Grünen bestehen darauf, dass nur ein vollständig reguliertes System den Weg nach vorne weist. Ohne weitere Reformen bleibt das Gleichgewicht zwischen legalem Zugang und illegalem Handel jedoch fragil.






