11 April 2026, 20:03

Cannabis-Teillegalisierung scheitert: Warum der Schwarzmarkt in Deutschland weiter boomt

Gruppe von Menschen um ein Auto mit einem "Legalise Cannabis Ireland"-Schild versammelt, Papiere sichtbar im Inneren, vor Gebäuden und einem klaren Himmel.

Cannabis-Teillegalisierung scheitert: Warum der Schwarzmarkt in Deutschland weiter boomt

Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland: Zwei Jahre nach Inkrafttreten scheitert das Gesetz an der Realität

Am 1. April 2024 trat in Deutschland die teilweise Legalisierung von Cannabis in Kraft – seither dürfen Erwachsene die Droge unter strengen Auflagen anbauen und konsumieren. Seitdem ist es nichtkommerziellen Anbauvereinen mit bis zu 500 Mitgliedern erlaubt, Cannabis ausschließlich für ihre registrierten Nutzer anzubauen und zu verteilen. Doch zwei Jahre später gibt Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) zu, dass die Reform ihr zentrales Ziel verfehlt hat: den Schwarzmarkt einzudämmen.

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Ursprünglich erlaubte das Gesetz Erwachsenen den Besitz und Konsum von Cannabis in begrenzten Mengen. Ab Juli 2024 durften registrierte Vereine die Droge legal an ihre Mitglieder abgeben. Im August folgte eine THC-Grenze für Autofahrer: Wer mit 3,5 Nanogramm oder mehr pro Milliliter Blutserum erwischt wird, muss seitdem mit einem Bußgeld von 500 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot rechnen.

Trotz dieser Regelungen floriert der illegale Handel weiter. Wie Redmann einräumt, konnte das legale Angebot aus Eigenanbau und lizenzierten Vereinen die Nachfrage nicht decken. Stattdessen haben sich Schwarzmarkt-Netzwerke ausgeweitet – teilweise sogar mit einer verstärkten Verbreitung härterer Drogen.

Auch im Straßenverkehr macht sich die Liberalisierung bemerkbar: Die Zahl der Verdachtsfälle von Fahren unter Cannabis-Einfluss stieg um 31,5 Prozent – von 1.313 im Jahr 2024 auf 1.727 im Jahr 2025. Unfälle, bei denen Cannabis eine Rolle spielte, nahmen leicht zu, von 115 auf 119 im gleichen Zeitraum.

In Brandenburg wurden bisher 21 Anbauvereine genehmigt, sechs weitere Anträge sind noch in Prüfung. Doch die CDU stellt sich gegen die Reform: Im Februar stimmte die Partei für eine vollständige Rücknahme des Gesetzes. Offizielle Berichte bestätigen, dass das eigentliche Ziel – die Schwächung des Schwarzmarkts – nicht erreicht wurde. Angesichts anhaltender illegaler Verkäufe und steigender Verkehrsdelikte im Zusammenhang mit Cannabis wächst der Druck auf die Landesregierung, die Regelung zu überarbeiten. Der Vorstoß der CDU für eine komplette Abschaffung spiegelt die zunehmende Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik wider.

Quelle