"Chinamaxxing": Warum junge Deutsche chinesische Alltagsrituale entdecken

Paul Fischer
Paul Fischer
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Eine chinesische Frau in einem Kimono sitzt auf dem Boden, hält eine Tasse Tee in der Hand, mit einem friedlichen Ausdruck, gegen einen weißen Hintergrund mit Text auf der rechten Seite.Paul Fischer

Warme Fütße und Congee: Warum China plötzlich Trendy ist - "Chinamaxxing": Warum junge Deutsche chinesische Alltagsrituale entdecken

Ein neuer Lifestyle-Trend, inspiriert von chinesischen Alltagsgewohnheiten, findet in Deutschland zunehmend Beachtung. Vor allem junge Menschen übernehmen Praktiken wie das Trinken von warmem Wasser mit chinesischen Datteln oder das Tragen von Hausschuhen, um die Füße warm zu halten. Die Bewegung, bekannt als 'Chinamaxxing', entstand zunächst in den USA, bevor sie sich online verbreitete.

Der Trend begann in den Vereinigten Staaten, wo er unter dem Satz 'You met me at a very Chinese time of my life' ('Du hast mich in einer sehr chinesischen Phase meines Lebens kennengelernt') populär wurde. Influencer und Content-Creator teilten Gewohnheiten wie das Schlürfen von warmem Wasser mit Rosenblättern oder Knochenbrühe am Morgen. Der Trendanalyst Ulrich Köhler sieht darin den Wunsch nach Ausgeglichenheit und Achtsamkeit – ein Kontrast zu den hektischen westlichen Routinen.

In Deutschland bleibt die Bewegung bisher ein Nischenthema, mit kaum sichtbaren Anzeichen für eine breite Verbreitung auf TikTok oder Instagram. Anders als in den USA gibt es hierzulande keine lokalen Influencer oder Communities, die den Trend aktiv fördern. Dennoch experimentieren einige junge Deutsche mit traditionellen Methoden der chinesischen Medizin, etwa dem Warmhalten der Füße durch Hausschuhe oder dem Konsum von Kräutergetränken.

Das Wachstum des Trends in den USA wurde auch von politischen Faktoren vorangetrieben. Als der damalige Präsident Donald Trump ein TikTok-Verbot vorantrieb, wandten sich viele Creator der chinesischen Plattform 'Xiaohongshu' zu, um Inspiration zu finden. Zudem trug die positive Medienberichterstattung über Chinas technologischen Fortschritt und gesellschaftliche Ordnung dazu bei, das Interesse an kulturellen Praktiken des Landes zu steigern.

Der amerikanische YouTuber Darren Watkins Jr., bekannt als 'IShowSpeed', stärkte Chinas weiche Macht zusätzlich, indem er das Land besuchte und seiner globalen Fangemeinde die chinesische Kultur näherbrachte.

Obwohl 'Chinamaxxing' in Deutschland noch keine große Verbreitung gefunden hat, hält sein Einfluss in kleinen Online-Communities an. Der Trend spiegelt eine Neugier auf chinesische Traditionen wider – besonders bei denen, die ein langsameres, achtsameres Leben suchen. Bisher bleibt seine Wirkung jedoch begrenzt, ohne Anzeichen für ein größeres Wachstum im Land.