DAX übersteht Krisen: Von Börsenkrachs bis zum Wirecard-Skandal
Der DAX hat seit seiner Einführung 1988 zahlreiche Krisen durchstanden. Seine Schöpfer dürften die Herausforderungen, die auf ihn zukommen würden, kaum vorausgesehen haben. Von Börsenkrachs bis zu Bilanzskandalen – der Index wurde immer wieder auf seine Belastbarkeit geprägt.
Erstmals stürzte der DAX am 16. Oktober 1989 dramatisch ab und verlor fast 13 Prozent. Auslöser war das Scheitern der Finanzierung für eine geplante Übernahme der US-Fluggesellschaft United Airlines.
Deutlich härter traf ihn der Platzen der Dotcom-Blase, die vom 7. März 2000 bis zum 12. März 2003 andauerte. Innerhalb von über 1.100 Tagen büßte der DAX mehr als 70 Prozent seines Wertes ein. Den größten Tagesverlust erlebte der Index später am 12. März 2020 mit einem Minus von 12,24 Prozent.
Die COVID-19-Pandemie löste einen noch rasanteren Absturz aus. Zwischen dem 17. Februar 2020 und dem 18. März 2020 verlor der DAX rund 40 Prozent seines Wertes – der schnellste Einbruch seiner Geschichte.
2018 stieg Wirecard in den DAX auf, wurde jedoch weniger als zwei Jahre später wieder ausgeschlossen. Der Grund: ein Bilanzfälschungsskandal in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. 2021 weitete sich der Index von 30 auf 40 Unternehmen aus und führte strengere Rentabilitäts- und Berichtspflichten ein.
Anleger können den DAX nicht direkt kaufen, sondern nur über indirekte Anlageformen wie ETFs, Futures, Optionen, CFDs oder strukturierte Produkte. Mittlerweile ist der DAX zum beliebtesten Basiswert im deutschen Derivatemarkt avanciert.
Trotz schwerer Finanzkrisen, Betrugsfällen und abrupten Marktschwankungen hat der DAX seine Position als zentraler Referenzindex behalten. Seine Anpassungsfähigkeit zeigt sich etwa in der Erweiterung 2021 und den verschärften Aufnahmekriterien. Als wichtigster Gradmesser im deutschen Derivatehandel bleibt er unverzichtbar.
