Deutsche Bahn verschärft Sicherheitsmaßnahmen gegen Gewalt in Regionalzügen
Lukas HoffmannDeutsche Bahn verschärft Sicherheitsmaßnahmen gegen Gewalt in Regionalzügen
Die Deutsche Bahn (DB) führt nach einem Anstieg gewalttätiger Vorfälle in Regionalzügen verschärfte Sicherheitsmaßnahmen ein. Zwar gingen körperliche Angriffe bundesweit im Jahr 2025 um sieben Prozent zurück, doch in einigen Regionen nahm die Gewalt deutlich zu. Das Unternehmen testet nun neue Technologien und Schulungen, um Mitarbeiter und Fahrgäste besser zu schützen.
Gewalt in Regionalzügen bleibt ein anhaltendes Problem – in einigen Bundesländern sogar mit besorgniserregendem Anstieg. In Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Teilen Baden-Württembergs stiegen körperliche Übergriffe 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent. Dennoch zeigte der Bundestrend einen Rückgang solcher Vorfälle um sieben Prozent.
Um die Lage in den Griff zu bekommen, setzt die DB vermehrt auf Körperkameras. Bisher wurden über 500 Einsätze dokumentiert, wobei nur einer zu einem schweren Angriff führte. Bis August sollen alle betreffenden Mitarbeiter im Umgang mit den Geräten geschult werden. Zudem wird künftig bei Aktivierung der Kameras auch eine Tonaufzeichnung erfolgen.
Das Unternehmen nutzt zudem KI-gestützte Echtzeitanalyse von Kameraaufnahmen, um Bedrohungen schneller zu erkennen. Ein Pilotprojekt in Bremen bewies, dass diese Technologie sowohl technisch als auch datenschutzrechtlich machbar ist. Bei Erfolg könnte das System die Reaktionszeit von Sicherheitsteams verkürzen.
Weitere Maßnahmen umfassen stichfeste Westen für Servicekräfte, die ab Juli eingeführt werden. Die DB Regio erprobt zudem neue Sicherheitskonzepte wie „1-zu-1-Begleitung“ und Doppelbesetzung in Risikobereichen. Verpflichtende Deeskalationstrainings werden künftig ein Modul zur durchsetzungsfähigen Kommunikation in Konfliktsituationen enthalten.
Die neuen Sicherheitsvorkehrungen zielen darauf ab, Gewalt zu reduzieren und die Sicherheit von Mitarbeitern und Fahrgästen zu erhöhen. Körperkameras, KI-Überwachung und Schutzausrüstung werden in den kommenden Monaten schrittweise eingeführt. Die DB betont, dass es sich um eine langfristige Strategie handelt, um die anhaltenden Herausforderungen zu bewältigen.






