Deutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung
Paul FischerDeutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung
Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein Risikoteilungsprogramm in Höhe von 150 Millionen US-Dollar zu starten. Die Initiative zielt darauf ab, das Handelsfinanzierungsdefizit Afrikas zu verringern, das derzeit auf jährlich rund 100 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Im Mittelpunkt dieser neuen Partnerschaft stehen vor allem kleinere Märkte, die von großen Kreditgebern oft vernachlässigt werden.
Die Vereinbarung markiert die erste formelle Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bank und der BII. Im Rahmen des Abkommens übernimmt die BII die Rolle eines finanziellen Rückhaltes und stellt ein unfundiertes Risikobeteiligungsmodell für die lokalen Partnerinstitute der Bank bereit.
Das Programm richtet sich an unterversorgte Volkswirtschaften wie Sambia, Äthiopien und Ruanda. Diese Märkte haben Schwierigkeiten, Zugang zu Handelsfinanzierungen zu erhalten – eine Lücke, die sich weiter vergrößert hat, seit sich internationale Banken zunehmend aus dem Kontinent zurückziehen. Zwischen 2016 und 2025 zogen sich mindestens zwölf große Kreditinstitute – darunter Standard Chartered, Barclays, HSBC, Citi und Société Générale – aus Afrika zurück oder reduzierten ihre Aktivitäten dort deutlich. Besonders betroffen von diesen Abzügen waren West- und Ostafrika, insbesondere Nigeria, Ghana, Kenia und Uganda.
Der Schritt der Deutschen Bank erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem ihre Aktie bei 25,80 Euro notiert – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Die Bank hat zudem kürzlich ihre Führungsebene umstrukturiert und Gerald Podobnik zum Co-Leiter des globalen Firmenkundengeschäfts ernannt. Er übernimmt die Position von Ole Matthiessen.
Durch die Risikoteilungsstruktur übernimmt die BII mögliche Verluste aus Transaktionen, die über die lokalen Partner der Deutschen Bank abgewickelt werden. Dieses Modell soll Banken in Regionen mit höheren Risiken und geringerer Liquidität zu mehr Kreditvergaben motivieren.
Das 150-Millionen-Dollar-Programm wird dringend benötigte Unterstützung für Unternehmen in Afrikas kleineren Märkten bieten. Durch die gemeinsame Risikoübernahme wollen die Deutsche Bank und die BII den Handel und die wirtschaftliche Aktivität in Ländern fördern, die seit langem Schwierigkeiten haben, Finanzierungen zu sichern. Die Partnerschaft könnte als Vorbild für ähnliche Initiativen auf dem gesamten Kontinent dienen.






