Deutsche verunsichert: Wie Fehlinformationen und Deepfakes das Vertrauen in Nachrichten zerstören
Paul FischerDeutsche verunsichert: Wie Fehlinformationen und Deepfakes das Vertrauen in Nachrichten zerstören
Eine neue Umfrage offenbart wachsende Sorgen unter Deutschen angesichts von Fehlinformationen und Deepfakes. Viele haben Schwierigkeiten, die Richtigkeit von Online-Inhalten zu überprüfen, wobei ein beträchtlicher Teil einräumt, unverifiziertes Material weitergeleitet zu haben. Die Ergebnisse zeigen sowohl die Verbreitung falscher Informationen als auch die öffentliche Nachfrage nach strengeren Maßnahmen dagegen.
Laut der Studie sind 91 Prozent der Deutschen bereits auf gezielt verbreitete Falschmeldungen oder irreführende Informationen im Internet gestoßen. Weitere 74 Prozent gaben an, gezielt Falschnachrichten im Zusammenhang mit der US-Politik wahrgenommen zu haben. Gleichzeitig stoßen 41 Prozent regelmäßig auf Inhalte, deren Wahrheit sie nicht bestätigen können.
Auch Deepfakes bereiten große Sorgen. Während 20 Prozent sicher sind, bereits KI-generierte Deepfakes gesehen zu haben, vermuten weitere 41 Prozent, damit konfrontiert worden zu sein. Auffällig ist, dass 89 Prozent Deepfakes als gefährlich einstufen, doch nur 34 Prozent vertrauen darauf, diese erkennen zu können.
Ebenso drängend ist die Frage der Verantwortung. Von den Befragten, die bereits Falschnachrichten wahrgenommen haben, fordern 87 Prozent, dass deren gezielte Verbreitung strafrechtlich verfolgt werden sollte. Zudem unterstützen 84 Prozent Sanktionen gegen diejenigen, die bewusst Desinformation verbreiten. Viele plädieren außerdem für eine bessere Medienkompetenz, um die Zuverlässigkeit von Nachrichten besser beurteilen zu können.
Das Problem betrifft auch das persönliche Verhalten: Mehr als die Hälfte – 51 Prozent – gibt zu, Inhalte weitergegeben zu haben, ohne sich ihrer Richtigkeit sicher zu sein. Dies steht im Kontext zu den 63 Prozent, denen es generell schwerfällt, die Glaubwürdigkeit von Nachrichten einzuschätzen.
Die Umfrage unterstreicht die weit verbreitete Verunsicherung über Fehlinformationen in Deutschland. Da eine Mehrheit für rechtliche Konsequenzen bei Desinformation und eine bessere Medienbildung plädiert, zeigen die Ergebnisse einen klaren Handlungsbedarf auf. Gleichzeitig wird eine Lücke zwischen dem Bewusstsein für das Problem und dem Vertrauen in die eigene Fähigkeit, falsche Inhalte zu identifizieren, deutlich.






