Deutschland bremst EU-Methanregeln aus Sorge um Energieversorgung und LNG-Importe
Lukas HoffmannDeutschland bremst EU-Methanregeln aus Sorge um Energieversorgung und LNG-Importe
Deutschland hat sich anderen EU-Regierungen angeschlossen und spricht sich gegen die geplanten Methan-Emissionsvorschriften der Union für importiertes Öl und Gas aus. Die Warnung unterstreicht die Sorgen um die Energieversorgungssicherheit, während Europa mit Störungen in den globalen Ölströmen und einem angespannten Markt für Flugtreibstoff konfrontiert ist. Berlin fordert nun mehr Zeit, bevor die Regelungen in Kraft treten.
Die EU beabsichtigt, ab 2023 die Überwachung und Überprüfung von Methanemissionen im Zusammenhang mit Kraftstofflieferungen durchzusetzen. Ab 2027 könnten die Vorschriften Importe von Erdölprodukten einschränken, darunter auch Kerosin für die Luftfahrt. Methan, ein besonders klimawirksames Treibhausgas, bleibt ein zentraler Schwerpunkt der Klimapolitik, da es eine schnelle Erwärmungswirkung entfaltet.
Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte, die Regelung könnte Gasimporte blockieren, einschließlich Flüssigerdgas (LNG). Der Vorstoß Deutschlands folgt auf Warnungen der USA, wonach die Vorschriften die Gaslieferungen in die EU beeinträchtigen könnten. Gleichzeitig haben sich zwölf weitere Regierungen für eine dreijährige Verschiebung ausgesprochen – ein Anliegen, das die EU-Minister bald erörtern werden.
Die Europäische Kommission versucht, Klimaziele mit Versorgungsrisiken in Einklang zu bringen. Diese Risiken ergeben sich aus Kriegen, Störungen in der Schifffahrt und knappen Raffineriekapazitäten auf dem Weltmarkt.
Die Debatte dreht sich nun darum, Klimaschutz und Energiesicherheit in Balance zu bringen. Deutschlands Forderung nach Aufschub spiegelt die größeren Bedenken hinsichtlich Importbeschränkungen wider. Die EU-Minister werden diese Aspekte in den anstehenden Beratungen über die geplanten Regelungen abwägen.
