05 June 2026, 16:50

Deutschlands Wirtschaft schwächelt: Prognosen für 2026 und 2027 drastisch gesenkt

Deutscher Wirtschaftsrat senkt Wachstumsprognose und warnt vor steigenden Sozialversicherungsausgaben

Deutschlands Wirtschaft schwächelt: Prognosen für 2026 und 2027 drastisch gesenkt

Die konjunkturellen Aussichten Deutschlands haben sich weiter eingetrübt, da steigende Energiekosten und globale Spannungen das Wachstum belasten. Die jüngsten Prognosen führender Institutionen zeigen nun eine schwächere Expansion für die Jahre 2026 und 2027, während die Inflation hartnäckig hoch bleibt. Auch das Geschäftsklima hat einen deutlichen Dämpfer erhalten, da Unternehmen mit explodierenden Preisen und strukturellen Herausforderungen kämpfen.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Wachstumsprognose für 2026 drastisch auf nur noch 0,3 Prozent gesenkt – halb so viel wie bisher erwartet. DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov warnte vor einer „doppelten Krise“ und verwies auf den Energieschock durch höhere Preise sowie tiefgreifende strukturelle Probleme in der Wirtschaft. Eine DIHK-Umfrage ergab, dass 70 Prozent der Unternehmen die Kosten für Energie und Rohstoffe mittlerweile als größtes Risiko betrachten. Der Stimmungsindikator fiel auf 88,1 Punkte.

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Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat seine Prognosen nach unten korrigiert: Für 2026 wird nun ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent erwartet, für 2027 von 0,8 Prozent. Die Abwärtskorrektur ist vor allem auf die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts und den starken Anstieg der Energiepreise zurückzuführen. Die Inflation bleibt auf hohem Niveau – die Verbraucherpreise dürften 2026 um 3,0 Prozent steigen und sich 2027 nur leicht auf 2,8 Prozent abschwächen.

Über die kurzfristigen Belastungen hinaus weist der Bericht des Sachverständigenrats auf langfristige Sorgen im deutschen Sozialsystem hin. Ohne Reformen könnte der kombinierte Sozialversicherungsbeitragssatz bis 2040 auf 49,7 Prozent klettern. Experten fordern Maßnahmen, um die Ausgaben im Gesundheitswesen und in der Pflege zu begrenzen, während gleichzeitig Anreize für Erwerbstätigkeit verbessert werden müssen, um die öffentlichen Haushalte zu entlasten.

Die revidierten Prognosen unterstreichen die wirtschaftliche Belastung durch hohe Energiekosten und globale Instabilität. Unternehmen sehen sich anhaltender Inflation und schwächerem Wachstum gegenüber, während die Politik unter Druck steht, strukturelle Schwächen anzugehen. Ohne Gegensteuer drohen steigende Sozialabgaben und eine lahme Konjunktur Haushalte und Unternehmen in den kommenden Jahren zusätzlich zu belasten.

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