Deutschlands WM-Krise: Paraguay wird zum Lackmustest für Nagelsmanns Team
Caren PaffrathDeutschlands WM-Krise: Paraguay wird zum Lackmustest für Nagelsmanns Team
Die deutsche WM-Bilanz verlief bisher wechselhaft. Zwar gelang der Mannschaft ein Sieg gegen Curaçao, doch gegen die Elfenbeinküste und Ecuador gab es spürbare Schwierigkeiten. Nun steht ein hartes Duell mit Paraguay an, das in der Qualifikation bereits Brasilien und Argentinien geschlagen hat.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich für die Weltmeisterschaft 2026 eine ruhigere Ausrichtung gewünscht – mit Fokus allein auf die sportliche Leistung, nach den Turbulenzen der Turniere 2018 und 2022. Doch die aktuellen Probleme des Teams ziehen scharfe Aufmerksamkeit auf sich. Julian Nagelsmann räumte vor dem Paraguay-Spiel offen Schwächen in der Physis und bei Zweikämpfen ein.
Auf dem Platz fehlt der deutschen Offensive die Variabilität, zu viele Spieler bringen ähnliche Stärken mit. Diese Vorhersehbarkeit macht das Spiel leichter berechenbar für die Gegner. In der Defensive bleiben Lücken, besonders auf der rechten Seite mit Joshua Kimmich und im Tor mit Manuel Neuer.
Trotz der Defizite überzeugen einzelne Akteure. Nathaniel Mbabu und Deniz Undav sorgen für Explosivität und Dynamik. Sportdirektor Rudi Völler lobte zwar den Kampfgeist und die Leidenschaft der Mannschaft, verschloss aber nicht die Augen vor den bestehenden Problemen.
Paraguay mag in der Gruppenphase nicht geglänzt haben, doch die Qualifikationssiege gegen Brasilien und Argentinien beweisen ihre Gefährlichkeit. Die deutsche Tradition, gegen favorisierte Gegner aufzublühen, wird auf die Probe gestellt. Mit jedem Spiel rücken die Schwächen des Teams stärker in den Fokus – und die Kritik wird lauter.
