12 March 2026, 02:02

Deutschlandweit einzigartig: Bürgerforum im Landkreis Marburg-Biedenkopf startet

Ein Kreis mit "Gemeinschaftsverantwortung" in der Mitte, umgeben von drei sich überschneidenden Kreisen, die durch Pfeile verbunden sind, alles in fetter, heller und leuchtender Farbe.

Deutschlandweit einzigartig: Bürgerforum im Landkreis Marburg-Biedenkopf startet

Landkreis Marburg-Biedenkopf startet Deutschlands erstes Bürgerforum auf Kreisebene

Unter dem Namen "Freiwilligen-Forum – Im Dialog engagiert" führt der Landkreis Marburg-Biedenkopf das erste Bürgerforum auf Landkreisebene in Deutschland ein. Die Initiative soll Bewohner:innen zusammenbringen, um gemeinsam lokale Entscheidungen mitzugestalten. Landrat Jens Womelsdorf bezeichnet das Projekt als einen "wichtigen Schritt hin zu einer offenen, dialogorientierten Politik".

Das Forum wird zufällig ausgewählte Teilnehmende versammeln, um einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung abzubilden. Vorwissen ist nicht erforderlich, und die Organisator:innen werben gezielt junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren sowie Einwohner:innen mit Migrationshintergrund an. Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in dem verschiedene Generationen und Perspektiven zusammenarbeiten können.

Die Empfehlungen des Forums sollen Gewicht haben: In verbindlichen und transparenten Diskussionen beraten die Bürger:innen direkt den Landrat. Womelsdorf betont, dass Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement zentrale Bausteine für den gesellschaftlichen Zusammenhalt seien. Durch die Einbindung von Alltagserfahrungen und Ideen der Bevölkerung strebt das Forum an, Politik inklusiver und responsiver zu gestalten.

Während es in einigen deutschen Städten wie Villingen-Schwenningen, Rosenheim oder Fraunberg bereits ähnliche Bürgerforen gibt, ist das Modell in Marburg-Biedenkopf das erste auf Landkreisebene. Der Ansatz spiegelt einen Wandel hin zu geteilter Verantwortung wider, bei dem öffentliche Beteiligung eine formale Rolle in Entscheidungsprozessen spielt.

Das Freiwilligen-Forum beginnt seine Arbeit mit einem klaren Auftrag: aus lokalen Stimmen konkrete Maßnahmen zu machen. Seine Struktur garantiert Transparenz – die Beratungen sind öffentlich einsehbar. Bei Erfolg könnte das Modell Schule machen und in weiteren Landkreisen und Kommunen Deutschlands übernommen werden.