23 May 2026, 06:09

DGKH bewertet Corona-Maßnahmen: Lob für Kombinationsstrategie, Kritik an 2G-Regeln

Experte: Denken Sie an Solidarität im Kampf gegen die Pandemie

DGKH bewertet Corona-Maßnahmen: Lob für Kombinationsstrategie, Kritik an 2G-Regeln

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) hat die Maßnahmen Deutschlands während der COVID-19-Pandemie bewertet. Zwar wurden die meisten Schritte als gerechtfertigt eingestuft, doch kritisierten Experten bestimmte Ansätze und forderten eine bessere Vorbereitung auf künftige Krisen. Die Organisation betonte, dass sich eine Kombination verschiedener Vorsichtsmaßnahmen – und nicht einzelne Lösungen – als besonders wirksam erwiesen habe.

Während der Pandemie sah sich Deutschland wiederholt mit Lockdowns, Schulschließungen sowie Einschränkungen für Geschäfte und Restaurants konfrontiert. Maskenpflicht und Abstandsregeln wurden zum Standard, lösten jedoch oft öffentliche Debatten und Proteste aus. Die Verantwortung für diese Regelungen lag in der Regel bei der Ministerpräsidentenkonferenz oder den regionalen Gesundheitsbehörden.

Die DGKH hob bewährte Maßnahmen wie körperliche Distanzierung, Handhygiene und das Tragen von Masken – insbesondere in Krankenhäusern – hervor. Der Vorstandsmitglied Peter Walger argumentierte, dass keine einzelne Maßnahme allein ausreiche, um das Virus vollständig zu kontrollieren. Stattdessen biete die Kombination mehrerer Vorsichtsmaßnahmen den besten Schutz.

Walger kritisierte zudem die 2G- und 3G-Regeln, die den Zutritt zu bestimmten Bereichen von Impf- oder Genesenenstatus abhängig machten. Er wies darauf hin, dass auch Geimpfte das Virus weitergeben könnten, und bezeichnete diese Regeln als „Scheinlösungen“. Die DGKH hinterfragte zudem den flächendeckenden Einsatz von Luftfiltergeräten in Kitas und warnte, dass eine falsche Handhabung diese unwirksam machen könne.

Für den Alltag hält Walger mittlerweile eine gut sitzende OP-Maske für die meisten Menschen – einschließlich vieler medizinischer Fachkräfte – für ausreichend. FFP2-Masken sollten seiner Meinung nach hochriskanten medizinischen Situationen vorbehalten bleiben. DGKH-Präsident Martin Exner mahnte, künftige Strategien müssten Infektionsschutz mit gesellschaftlichen Bedürfnissen in Einklang bringen und dabei das Prinzip der Verhältnismäßigkeit wahren, um den sozialen Zusammenhalt zu stärken.

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Als Ausblick schlägt die DGKH die Schaffung einer unabhängigen Kommission mit rechtlicher Entscheidungsbefugnis vor. Ein solches Gremium solle künftige Pandemie-Reaktionen steuern, um wissenschaftlich fundierte und zugleich praktikable Lösungen zu gewährleisten.

Die Bewertung der DGKH bestätigt zwar den Großteil der deutschen Pandemie-Maßnahmen, plädiert jedoch für gezieltere Strategien. OP-Masken gelten nun in den meisten Bereichen als ausreichend, während strengere Regeln auf Hochrisikobereiche beschränkt werden sollten. Die Empfehlung einer unabhängigen Kommission zielt darauf ab, die Koordination zu verbessern und das öffentliche Vertrauen in künftige Gesundheitskrisen zu stärken.

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