Die Linke wählt neuen Co-Chef – und eskaliert mit scharfen Angriffen auf Merz und Nahost-Resolutionen
Heinz-Walter Koch IIDie Linke wählt neuen Co-Chef – und eskaliert mit scharfen Angriffen auf Merz und Nahost-Resolutionen
Die Linke hat in Potsdam einen hitzig geführten Parteitag abgehalten, bei dem Führungswechsel und umstrittene Nahost-Resolutionen im Mittelpunkt standen. Der 46-jährige Luigi Pantisano soll künftig gemeinsam mit Ines Schwerdtner die Parteispitze übernehmen und damit Jan van Aken ablösen.
Während der Veranstaltung griff Pantisano Bundeskanzler Friedrich Merz scharf an und bezeichnete ihn als „Versager“ und „den unpopulärsten Kanzler seit Jahren“. Zudem kündigte er an, seine „Wut“ in den Aufbau von Protesten gegen Merz’ Politik zu kanalisieren, um die Regierung unter Druck zu setzen.
Pantisano ging noch weiter und behauptete, es gebe „letztlich keinen Unterschied“ zwischen Merz’ CDU, der rechtsextremen AfD und Faschisten in ihrer Haltung. Seine Äußerungen fielen inmitten einer breiteren Parteidebatte über den Nahen Osten.
Der Parteitag verabschiedete einen Antrag, der das Recht auf Selbstbestimmung sowohl für Israelis als auch für Palästinenser anerkennt. Gleichzeitig wurde Israels militärische Reaktion auf die Hamas-Angriffe vom 7. Oktober 2023 als „Völkermord“ bezeichnet. Eine ursprünglich geplante Passage, die palästinensische Gewalt verurteilte, wurde vor der Abstimmung gestrichen.
Pantisanos Wahl zum Co-Parteivorsitzenden soll an diesem Wochenende bestätigt werden. Die neue Führung übernimmt das Amt in einer Phase anhaltender innerparteilicher Spannungen über die politische Ausrichtung. Die Beschlüsse zum Nahen Osten spiegeln die tiefen ideologischen Gräben innerhalb der Partei wider.






