05 June 2026, 19:34

"Die Mittagsfrau" triumphiert bei den Deutschen Filmpreisen – Wim Wenders entfacht Debatte

Deutscher Filmpreis: Und dann spricht Wim Wenders

"Die Mittagsfrau" triumphiert bei den Deutschen Filmpreisen – Wim Wenders entfacht Debatte

Die Deutschen Filmpreise ehren herausragende Leistungen – „Die Mittagsfrau“ dominiert, Wim Wenders löst Debatte aus

Die Deutschen Filmpreise feierten in diesem Jahr herausragende künstlerische Leistungen im Kino, mit großen Erfolgen für Die Mittagsfrau und Ehrungen für den Veteranen-Regisseur Wim Wenders. Die Verleihung löste zudem Diskussionen über künstlerische Verantwortung aus, als Wenders eine umstrittene Szene aus seinem Film Falsche Bewegung von 1975 thematisierte. Gleichzeitig prägten politische Appelle und Forderungen nach mehr Empathie die Reden mehrerer Preisträger:innen.

Der große Gewinner des Abends war Die Mittagsfrau, der mit zehn Auszeichnungen bedacht wurde – darunter die begehrte Goldene Lola für den besten Spielfilm. Der Erfolg des Films beherrschte die Veranstaltung und setzte Maßstäbe für künftige Produktionen.

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Der renommierte Filmemacher Wim Wenders erhielt einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk. In seiner Dankesrede warf er eine schwierige Frage auf: Sollte man ältere Werke im Nachhinein verändern? Er bezog sich dabei auf eine Szene in Falsche Bewegung aus dem Jahr 1975, in der Nastassja Kinski als Dreizehnjährige zu sehen ist. Wenders räumte ein, dass er die Szene heute anders drehen würde, warnte jedoch davor, sie einfach zu kürzen – dies könnte einen Präzedenzfall für andere Filme schaffen. Stattdessen regte er an, die Deutsche Filmakademie möge eine breitere Debatte über den Umgang mit historischen Werken anstoßen.

Senta Berger gewann die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in Ach, diese Lücken, diese verdammten Lücken, unter der Regie ihres Sohnes Simon Verhoeven. Der Preis unterstrich einmal mehr ihr außergewöhnliches Talent und die emotionale Tiefe des Films. Lena Urzendowsky, ausgezeichnet als beste Nebendarstellerin, nutzte ihren Moment, um zu mehr Empathie aufzurufen und ein Ende von Gewalt sowie Grenzüberschreitungen in der Gesellschaft zu fordern.

Produzent Ingo Fliess nahm die Silbere Lola für Gelbe Briefe entgegen und sprach begeistert über seine Erfahrungen in Deutschland. Er betonte seine Dankbarkeit für die Freiheit, hier ohne Angst leben und arbeiten zu können. Politisch wurde es, als sowohl Akademiepräsident Florian Gallenberger als auch Moderator Christian Friedel ihre Besorgnis über den Aufstieg der rechtsextremen AfD zum Ausdruck brachten.

Die Deutschen Filmpreise würdigten nicht nur künstlerische Spitzenleistungen, sondern stellten auch drängende gesellschaftliche und ethische Fragen. Wenders’ Aufruf zu einer Debatte über die Nachbearbeitung älterer Filme fügt der laufenden Diskussion über Verantwortung im Kino eine neue Dimension hinzu. Die Verleihung endete mit einer Mischung aus Feierlaune und Nachdenklichkeit – und hinterlässt Spuren in der Branche.

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