Doppelhaushalt 2027/2028: Familienförderung, Steuern und Bildungsreformen im Fokus
Lukas HoffmannDoppelhaushalt 2027/2028: Familienförderung, Steuern und Bildungsreformen im Fokus
Die Bundesregierung hat nach Verzögerungen die wichtigsten Eckpunkte des Doppelhaushalts 2027/2028 finalisiert. Die Einigung, die fast zwei Wochen später als geplant zustande kam, umfasst weitreichende Änderungen bei der Familienförderung, der Bildungsfinanzierung und der Unternehmensbesteuerung. Die zentralen Reformen werden sich auf Arbeitnehmer, Eltern und Unternehmen im ganzen Land auswirken.
Eine der größten Neuerungen betrifft den Familienlastenausgleichsfonds (FLAF). Die Arbeitgeberbeiträge sinken um mindestens einen Prozentpunkt, was die Kosten um 2 Milliarden Euro verringert. Allerdings müssen Arbeitnehmer ab 60 Jahren erstmals in den Fonds einzahlen.
Auch die direkten Subventionen werden bis Ende 2026 um 23 Prozent gekürzt. Damit kehrt der Fördersatz auf das Niveau von 2019 zurück – also vor der Pandemie und der Energiekrise. Trotz der Kürzungen profitieren Unternehmen netto weiterhin von Entlastungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro.
Im Bildungsbereich wird ab Herbst 2027 ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr eingeführt. Das Budget von Bildungsminister Christoph Wiederkehr steigt: Für 2027 sind zusätzliche 130 Millionen Euro vorgesehen, für 2028 weitere 210 Millionen Euro.
Bei der Besteuerung bestätigt die Regierung höhere Unternehmenssteuern für Firmen mit Gewinnen von über einer Million Euro. Insgesamt sieht der neue Haushalt Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2027 und 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2028 vor.
Der Haushaltskompromiss setzt klare finanzpolitische Prioritäten für die kommenden zwei Jahre. Arbeitgeber zahlen weniger in die Familienförderung ein, während ältere Arbeitnehmer neue Abgaben leisten müssen. Schulen und Unternehmen passen sich den geänderten Finanzierungsbedingungen an – manche Branchen profitieren von Entlastungen, andere von höheren Steuern.






