02 April 2026, 16:01

Dramatischer Anstieg: Fast die Hälfte der Jugendlichen von digitaler sexualisierter Gewalt betroffen

Karte von Australien mit roten Bereichen, die den Prozentsatz unteralter Teenager in jedem Bundesstaat anzeigen, mit Text unten: "Unteralter Teenager können auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden für den Konsens Sex."

Dramatischer Anstieg: Fast die Hälfte der Jugendlichen von digitaler sexualisierter Gewalt betroffen

Eine neue Studie offenbart einen dramatischen Anstieg digitaler sexualisierter Gewalt gegen junge Menschen in Deutschland. Fast die Hälfte der 14- bis 25-Jährigen gab an, zwischen 2021 und 2026 solche Übergriffe erlebt zu haben. Die Ergebnisse unterstreichen wachsende Sorgen um die Onlinesicherheit von Minderjährigen – allein 2025 war jedes vierte Kind von Cybergrooming betroffen.

Die Jugendsexualitätsstudie, geleitet vom Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit, deckte alarmierende Trends auf: 2025 wurden 24 % der Minderjährigen Opfer von Cybergrooming – dabei manipulieren Täter junge Menschen in Chats, um sie später sexuell zu belästigen oder zu missbrauchen. Insgesamt erlebten 64 % der Jugendlichen eine Form digitaler sexualisierter Gewalt, bei 24 % ging es um die nicht einvernehmliche Verbreitung intimer Bilder oder Videos.

Besonders betroffen sind junge Frauen: Sie waren doppelt so häufig von Übergriffen betroffen wie junge Männer (40 % gegenüber 18 %). Viele Vorfälle ereigneten sich im eigenen Umfeld, etwa in Klassenchats oder Freundeskreisen. Das Thema gewann zusätzliche Aufmerksamkeit, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, öffentlich der digitalen Gewalt bezichtigte – unter anderem durch gefälschte Profile und pornografische Deepfakes.

Als Reaktion förderte die Thüringer Landesbeauftragte für den Kinderschutz ein dreijähriges Pilotprojekt. Präventionsworkshops unter Leitung der Pädagogin Yasmina Ramdani erreichten rund 5.000 Schüler:innen in der Region. Expert:innen betonten zudem, dass Eltern ihr eigenes digitales Verhalten reflektieren müssten, um das Problem einzudämmen.

Die Studie bestätigt, dass digitale sexualisierte Gewalt mittlerweile flächendeckend auftritt und fast die Hälfte der Jugendlichen betrifft. Behörden und Schulen bauen Präventionsmaßnahmen aus, doch die Daten zeigen: Es besteht dringender Handlungsbedarf – besonders beim Schutz von Mädchen und in jugendlichen Sozialräumen. Die Einordnung digitaler Gewalt als Teil geschlechtsspezifischer Übergriffe markiert einen Wandel in der Wahrnehmung und Bekämpfung solcher Fälle.

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