Drei Festnahmen nach geplanten Bombenanschlägen auf deutsches Güterverkehrsnetz 2025
Moritz MüllerDrei Festnahmen nach geplanten Bombenanschlägen auf deutsches Güterverkehrsnetz 2025
Deutsche Behörden haben drei Männer festgenommen, die verdächtigt werden, für das Jahr 2025 Brand- und Bombenanschläge auf das Güterverkehrsnetz des Landes geplant zu haben. Die Verhaftungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über wiederholte Sabotageakte, die sich gegen die Eisenbahninfrastruktur richten. Beamte verzeichnen einen deutlichen Anstieg solcher Vorfälle in den letzten Jahren.
Am 12. Januar 2025 entgleiste ein Güterzug zwischen Essen und Oberhausen, nachdem eine Metallklemme auf den Gleisen platziert worden war. Ermittler stuften den Vorfall als Sabotage ein; als mutmaßliches Ziel galt ein Konvoi der US-Streitkräfte. Die Staatsanwaltschaft Essen ordnete den Fall als „gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr“ ein. Die Behörden haben noch kein Motiv bestätigt, prüfen jedoch mögliche Verbindungen zu ausländischen Staaten oder linksextremistischen Kreisen.
Der Generalbundesanwalt hat inzwischen drei Personen in Untersuchungshaft genommen, die weiterer Anschlagspläne auf den Güterverkehr beschuldigt werden. Die Entwicklung zeigt eine zunehmende Bedrohung für das Schienennetz. Allein 2025 registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) 93 Fälle von mutmaßlicher Sabotage an Verkehrsinfrastrukturen – ein Anstieg gegenüber 78 Fällen im Jahr 2023 und 58 im Jahr 2024. Im selben Jahr wurden zudem 12 Straftaten als „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“ eingestuft, eine neu eingeführte Kategorie in der Kriminalstatistik.
Auch außerhalb Deutschlands kam es zu ähnlichen Vorfällen. Im Herbst 2025 führten zwei Ukrainer im Auftrag Russlands Sprengstoffanschläge auf eine Bahnstrecke zwischen Warschau und Lublin durch. Die Kategorie „sonstige Zugehörigkeit“ machte 37 der 93 Fälle in Deutschland im Jahr 2025 aus – die größte Einzelgruppe.
Die Festnahmen unterstreichen die anhaltenden Risiken für das deutsche Verkehrsnetz. Seit mindestens 2022 nehmen Sabotagefälle stetig zu, wobei verschiedene mögliche Motive untersucht werden. Die Behörden beobachten die sich wandelnde Bedrohungslage weiterhin genau und reagieren darauf.






