15 April 2026, 02:03

Dulger warnt vor Finanzkrise im deutschen Gesundheitssystem und fordert radikale Reformen

Eine Zeichnung eines mehrstöckigen Gebäudes mit zahlreichen Fenstern und einem Schornstein, das als psychiatrische Klinik in Deutschland identifiziert wurde, begleitet von handgeschriebenem Text auf demselben Papier.

Dulger warnt vor Finanzkrise im deutschen Gesundheitssystem und fordert radikale Reformen

Deutschlands Gesundheitssystem steht vor einer wachsenden Finanzkrise, warnt ein führender Arbeitgebervertreter. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), fordert dringende Reformen, um die steigenden Kosten für Arbeitnehmer und Unternehmen zu bremsen. Seine Äußerungen fallen in eine Woche, in der eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission ihre Finanzierungsempfehlungen vorlegen soll.

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Die Gesundheitsfinanzierungskommission, die auf Initiative von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingerichtet wurde, sollte langfristige Lösungen für die Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems erarbeiten. Ihr Abschlussbericht wird der Bundesregierung am Montag überreicht.

Dulger benannte mehrere zentrale Probleme des aktuellen Systems. So belaufen sich die Verwaltungskosten der Sozialversicherungen mittlerweile auf über 26 Milliarden Euro pro Jahr. Gleichzeitig übernimmt der Staat monatlich 140 Euro pro Person für die Krankenversicherung – doch es bleibt eine jährliche Finanzierungslücke von rund 10 Milliarden Euro.

Um die finanzielle Belastung zu verringern, schlug Dulger mehrere Maßnahmen vor. Er forderte einen sofortigen Stopp weiterer Ausgabensteigerungen, um Beitragserhöhungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu verhindern. Zudem regte er an, die Krankenkassenbeiträge für Empfänger von Bürgergeld (Grundsicherungsleistungen) anzuheben. Ein weiterer Vorschlag zielt darauf ab, die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern abzuschaffen – eine Maßnahme, die dem System laut Dulger jährlich rund 3 Milliarden Euro ersparen würde.

Doch Dulger setzt nicht nur auf Sparmaßnahmen, sondern dringt auch auf strukturelle Reformen. Er plädiert für einen Abbau überflüssiger Krankenhauskapazitäten und die Einführung echter Effizienzanreize. Seine Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland über das teuerste Gesundheitssystem Europas verfügt – ohne dass dies seiner Ansicht nach mit einer entsprechend hohen Qualität einhergeht.

Der Bericht der Kommission geht nun an die Bundesregierung zur Prüfung. Sollten die vorgeschlagenen Reformen umgesetzt werden, könnten sie die Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems grundlegend verändern. Im Mittelpunkt bleibt die Herausforderung, die Kosten im Griff zu behalten, ohne die Versorgungsqualität für Patienten und Steuerzahler zu beeinträchtigen.

Quelle