Energiekrise verschärft globale Ungleichheit: Rekordgewinne für Konzerne, Not für Millionen
Caren PaffrathEnergiekrise verschärft globale Ungleichheit: Rekordgewinne für Konzerne, Not für Millionen
Die globalen Energiepreise steigen weiter an und treiben die Kosten für Treibstoff, Lebensmittel und Transport in die Höhe. Während Haushalte und Unternehmen kämpfen, verzeichnen große Ölkonzerne Rekordgewinne. Regierungen und Energieexperten warnen mittlerweile vor tiefgreifenden wirtschaftlichen und humanitären Folgen, sollte sich die Krise weiter verschärfen.
Der drastische Anstieg der Ölpreise hat die Lieferketten erschüttert. Düngemittel, Speditionsdienstleistungen und Grundnahrungsmittel sind teurer geworden – Milliarden Menschen spüren die Belastung in ihren Haushaltsbudgets. Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), warnt, dass anhaltend hohe Preise zu schweren Versorgungsengpässen und Instabilität führen könnten.
Gleichzeitig fahren Energieunternehmen Rekordgewinne ein. BP verzeichnete im ersten Quartal 2023 einen Nettogewinn von 2,7 Milliarden Euro – mehr als das Doppelte des Vorjahreszeitraums. Kritiker monieren, dass die Kosten an die Verbraucher weitergegeben werden, während die Gewinne bei wenigen Konzernen bleiben.
Einige Länder ergreifen bereits Maßnahmen. Deutschlands Übergewinnsteuer auf Energieunternehmen hat bereits rund 2,5 Milliarden Euro eingebracht. Südkorea baut sein Stromnetz aus und führt ein "Solar-Einkommens"-Programm ein, um ländlichen Gemeinden zu helfen, eigenen Strom zu erzeugen. Auch Chinas Export von Solarmodulen stieg stark an und verdoppelte sich im März 2023 im Vergleich zum Vormonat.
Laut Schätzungen der Vereinten Nationen könnten bis zu 45 Millionen weitere Menschen von Hunger bedroht sein, falls die Preise über die Jahresmitte hinaus hoch bleiben. Die Krise vertieft die Ungleichheit – besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen tragen die Hauptlast der steigenden Lebenshaltungskosten.
Die Energiekrise zeigt keine Anzeichen einer Entspannung: Hohe Ölpreise halten essenzielle Güter teuer. Regierungen reagieren mit Steuern und erneuerbaren Energieprojekten, doch die Kluft zwischen Konzerngewinnen und öffentlicher Not wird immer größer. Bessern sich die Bedingungen nicht, könnten bis Jahresende Millionen weitere Menschen in Ernährungsunsicherheit abrutschen.






