EU hält an strengen SAF-Quoten fest – Flugbranche unter Druck
Heinz-Walter Koch IIEU hält an strengen SAF-Quoten fest – Flugbranche unter Druck
Europas Vorstoß für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) gewinnt an Fahrt – der Anteil stieg 2024 auf 2 % und verdoppelte sich damit fast im Vergleich zu nur 0,6 % im Vorjahr. Die Europäische Kommission hat nun bestätigt, dass sie die geplanten Vorgaben nicht abschwächen wird – trotz Forderungen der Airlines nach Lockerungen wegen hoher Kosten und Versorgungsengpässen.
Laut den aktuellen EU-Regeln müssen bis 2025 2 % des Kraftstoffs an Regionalflughäfen aus SAF bestehen, bis 2030 steigt dieser Anteil auf 6 %. Zusätzlich tritt ab 2030 eine separate Quote für synthetischen eSAF in Kraft – hergestellt aus erneuerbarem Strom –, beginnend bei 1,2 % und ansteigend auf 5 % bis 2035.
Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), betonte, dass die eSAF-Vorgabe unverändert bleibe. Seine Aussagen decken sich mit denen des EU-Verkehrskommissars, der wiederholt die Einhaltung der Ziele als entscheidend bezeichnet hatte. Ein hochrangiger EU-Beamter ging sogar davon aus, dass Europa das 2 %-Ziel für 2025 bereits vorzeitig übertroffen habe.
Laut Angaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) wurde SAF 2024 an 46 Flughäfen eingesetzt – vor allem in den USA und Europa – und trieb damit über 360.000 Linienflüge an. Trotz dieser Fortschritte warnt der Branchenverband Airlines for Europe (A4E), dass begrenzte Verfügbarkeit und hohe Produktionskosten die Erfüllung der Vorgaben erschweren könnten. Die Europäische Kommission hingegen beharrt darauf, dass die Regelungen wirken, und setzt stattdessen auf Bezahlbarkeitsmaßnahmen statt auf eine Abschwächung der Anforderungen.
Die klare Haltung der EU bedeutet für die Airlines: In den kommenden Jahren werden die Beimischungsregeln für SAF strenger. Mit den anstehenden eSAF-Zielen steigt der Druck auf die Branche, ausreichend nachhaltigen Kraftstoff zu sichern. Die Behörden bleiben überzeugt, dass der aktuelle Kurs erfolgreich ist – und lassen kaum Spielraum für politische Nachbesserungen.






