EU-Reformen im Emissionshandel: Kompromiss zwischen Klima und Industrie
Moritz MüllerEU-Reformen im Emissionshandel: Kompromiss zwischen Klima und Industrie
EU stellt Schlüsselreformen für den Emissionshandel vor
Diese Woche wird die Europäische Union zentrale Reformen ihres Emissionshandelsystems (EU-ETS) vorlegen. Zu den Änderungen gehören dauerhafte Anpassungen der Marktstabilitätsreserve (MSR) sowie Zugeständnisse für die chemische Industrie. Wirtschaftsführer und Politiker hatten zuvor eine flexiblere Herangehensweise gefordert.
Die Europäische Kommission wird ihre ersten Reformvorschläge für das ETS am Mittwoch präsentieren. Darin enthalten ist die dauerhafte Abschaffung der Streichung von Zertifikaten in der MSR. Mit diesem Schritt soll der CO₂-Preis stabilisiert und gleichzeitig die Belastung für Unternehmen verringert werden.
Evonik-Chef Christian Kullmann hatte zuvor gefordert, das ETS entweder abzuschaffen oder grundlegend zu reformieren. Seine Position spiegelt die breiten Bedenken der chemischen Industrie wider, die um ihre Wettbewerbsfähigkeit unter dem aktuellen System fürchtet. Später verfasste Kullmann gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese einen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem sie pragmatische Lösungen und kluge Kompromisse anmahnten.
Die endgültigen Reformen umfassen zudem angepasste Benchmarks für die chemische Industrie. Diese Änderung folgt auf Lobbybemühungen, die darauf abzielen, die Einhaltung der Vorgaben zu erleichtern, ohne die Klimaziele zu verwässern.
Die Reformen markieren einen Wandel darin, wie die EU den Ausgleich zwischen Emissionsreduktion und industriellen Bedürfnissen gestaltet. Durch den Verzicht auf Zertifikatsstreichungen und die Anpassung der Referenzwerte hofft der Block, Umweltfortschritte zu sichern und gleichzeitig Schlüsselsektoren zu stützen. Die Vorschläge gehen nun in weitere Verhandlungen zwischen Mitgliedstaaten und Abgeordneten.






