Europäisches Projekt revolutioniert nachhaltige Graphit-Anoden für Batterien
Lukas HoffmannEuropäisches Projekt revolutioniert nachhaltige Graphit-Anoden für Batterien
Ein neues europäisches Projekt arbeitet daran, die Graphit-Anodenproduktion sauberer und nachhaltiger zu gestalten. Das USE-G-Vorhaben, das mit 1,7 Millionen Euro gefördert wird, vereint Unternehmen und Forscher, um die Graphitverarbeitung für Batterien zu optimieren. Ihr Ziel: ein hochreines Material zu entwickeln, das industriellen Standards entspricht und gleichzeitig den Energieverbrauch sowie den Einsatz gefährlicher Chemikalien reduziert.
Geleitet wird das Projekt von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo Dr. Martin Oschatz ein chlorbasiertes Verfahren zur Graphitreinigung bei hohen Temperaturen erprobt. Dieser Ansatz soll aktuelle Methoden ersetzen, die auf schädliche Substanzen angewiesen sind. Die Forschung der Universität wird neue Maßstäbe für Reinheit und Leistung von sowohl natürlichem als auch recyceltem Graphit setzen – mit dem langfristigen Plan, beide Varianten zu einem einzigen Anodenmaterial zu kombinieren.
Drei europäische Unternehmen übernehmen dabei Schlüsselrollen: Die Northern Graphite Corporation, die das Projekt koordiniert, liefert natürliches Graphit und ist für Mahlung, Formgebung sowie Batterietests zuständig. Die H.C. Starck Tungsten GmbH konzentriert sich auf das Recycling von Graphit aus der sogenannten "Black Mass" – den Abfällen aus der Batterieproduktion –, um es wieder in den Kreislauf zurückzuführen. Die Rain Carbon Germany GmbH trägt mit der Entwicklung nachhaltigerer Kohlenstoff-Beschichtungsverfahren für die Anoden bei.
Sämtliche Arbeiten finden an deutschen Standorten statt, sodass der gesamte Prozess in Europa bleibt. Das Team strebt ein Graphit-Anodenmaterial an, das von Batterieherstellern zertifiziert werden kann. Durch geringeren Energieverbrauch und den Verzicht auf gefährliche Chemikalien soll das Projekt einen saubereren und effizienteren Weg für die Graphitproduktion etablieren.
Das USE-G-Projekt läuft mit 1,7 Millionen Euro Förderung, die größtenteils vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereitgestellt werden. Bei Erfolg könnte daraus ein vollständig europäisch kontrollierter Prozess für die Herstellung von Graphit-Anoden entstehen – ein wichtiger Schritt, um Batterieherstellern nachhaltigere Materialquellen zu erschließen und gleichzeitig die Umweltbelastung zu verringern.






