22 March 2026, 06:05

Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands gescheiterte Energiewende und fordert radikale Reformen

Liniengraphik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Habecks Staatssekretär Graichen kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung - Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands gescheiterte Energiewende und fordert radikale Reformen

Patrick Graichen, ehemaliger Staatssekretär für Energie, kritisiert die aktuelle Energiepolitik Deutschlands. Er wirft der Regierung vor, trotz wiederholter Warnungen an Öl und Gas festzuhalten. Seine Äußerungen erfolgen, nachdem er im Mai 2023 nach einem Streit um das deutsche Heizungsgesetz vorzeitig in den Ruhestand versetzt worden war.

Graichen bemängelt, dass Deutschland bei der Energiewende nicht vorankomme. Als Hauptgrund nennt er den Widerstand mächtiger wirtschaftlicher und politischer Kreise.

Der Konflikt um das Heizungsgesetz und Bedenken wegen seiner Rolle im Aufsichtsrat der Deutschen Energie-Agentur (dena) hatten Graichen im vergangenen Jahr ins Abseits gedrängt. Seither kritisiert er die Abhängigkeit der Regierung von fossilen Brennstoffen. Er warnt, dass die Ignoranz gegenüber der Klimakrise die Probleme nur verschärfen werde.

Als Vorbild sollte Deutschland seiner Meinung nach die skandinavischen Länder nehmen. Norwegen, Schweden und Dänemark führten zwischen 2021 und 2026 aggressive Subventionsprogramme und Steueranreize ein. Dadurch sanken die Kosten für Wärmepumpen um 30–40 Prozent, die Preise für Elektroautos um 25–35 Prozent. Gleichzeitig wurden die Steuern auf fossile Brennstoffe erhöht, sodass saubere Alternativen in den meisten Regionen bis 2025 günstiger wurden.

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Um ähnliche Erfolge zu erzielen, schlägt Graichen vor, die Stromsteuer abzuschaffen und die Netzentgelte umzugestalten. Zudem fordert er stärkere Anreize für Elektroautos und Wärmepumpen, um sie kostengünstiger als fossile Optionen zu machen. Sein Plan zielt darauf ab, nachhaltige Energie für Haushalte und Unternehmen erschwinglicher zu gestalten.

Laut Graichen ist der aktuelle Politikwechsel auf ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zurückzuführen: wirtschaftliche Interessen der Öl- und Gasbranche, rechtspopulistische Opposition und eine generelle Veränderungsresistenz. Trotz der Rückschläge prognostiziert er eine Rückkehr zu nachhaltigeren Politiken in Zukunft.

Die Erfolge Skandinaviens zeigen, wie schneller Wandel möglich ist. Durch die Kombination von Subventionen, Steuererleichterungen und höheren Kosten für fossile Energien machten diese Länder grüne Technologien wettbewerbsfähig. Graichen ist überzeugt, dass Deutschland dies ebenfalls schaffen könnte – wenn der politische Wille da wäre.

Seine Vorschläge konzentrieren sich auf Steuerreformen und Fördermittel, um die Energiewende zu beschleunigen. Ohne dringendes Handeln, so seine Warnung, drohe Deutschland weiter zurückzufallen. Seine Kritik unterstreicht die anhaltende Debatte, wie sich wirtschaftliche Interessen mit Klimazielen in Einklang bringen lassen.

Der ehemalige Staatssekretär bleibt zuversichtlich, dass nachhaltige Politiken früher oder später wieder an Fahrt gewinnen. Ob seine Ideen umgesetzt werden, hängt nun davon ab, ob die Regierung bereit ist, sich den Kräften entgegenzustellen, die den Wandel blockieren.

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