Familienministerin Prien will Bildschirmzeit für Kleinkinder strikt begrenzen
Moritz MüllerFamilienministerin Prien will Bildschirmzeit für Kleinkinder strikt begrenzen
Bundesfamilienministerin Karin Prien fordert strengere Grenzen für die Bildschirmzeit kleiner Kinder. Sie warnte, dass übermäßiger Medienkonsum – insbesondere bei unter Dreijährigen – die frühe Entwicklung beeinträchtigen könne. Ihre Äußerungen stehen im Zusammenhang mit umfassenderen Plänen zur Verbesserung der Bildungsstandards in ganz Deutschland.
Prien betonte die Besorgnis über die Auswirkungen digitaler Geräte auf die kindliche Entwicklung. Sie rief Eltern dazu auf, ihr eigenes Nutzungsverhalten zu reflektieren, da dieses maßgeblich das Verhalten ihrer Kinder prägt. Zudem wies die Ministerin auf alarmierende Lesefähigkeiten hin: Rund jedes vierte Kind verlässt die Grundschule, ohne ausreichend lesen zu können.
Um Bildungslücken zu schließen, setzt sich Prien für verpflichtende Sprach- und Entwicklungstests für Vierjährige ein. Diese Überprüfungen sollen Kinder mit Förderbedarf frühzeitig identifizieren, noch bevor sie eingeschult werden. Zudem plädiert sie für regelmäßige, datengestützte Erfolgsmessungen in den Kernfächern Lesen, Schreiben und Mathematik.
Die Zusammenarbeit mit den Landesregierungen läuft bereits, um die schwachen Ergebnisse der IQB-Bildungstrendstudie aufzuarbeiten. Prien besteht darauf, dass Entscheidungen über eine verpflichtende Kita-Betreuung bei den Ländern bleiben. Gleichzeitig pocht sie auf frühzeitige Förderung für Kinder mit besonderem Bedarf, um langfristige Nachteile zu vermeiden.
Zu den Vorschlägen gehören klarere Richtlinien zur Bildschirmzeit, standardisierte Tests sowie gezielte Unterstützung für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler. Priens Fokus auf Grundkompetenzen zielt darauf ab, die Zahl der Kinder zu verringern, die die Grundschule mit unzureichenden Lesefähigkeiten verlassen. Die Umsetzung der Pläne hängt von der engen Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern ab.






