FC Erzgebirge Aue steigt nach 80 Jahren in die Viertklassigkeit ab
FC Erzgebirge Aue steigt nach 80 Jahren aus der dritten Liga ab
Die 80-jährige Zugehörigkeit des FC Erzgebirge Aue zur dritten deutschen Spielklasse ist beendet. Ein dramatisches 2:2 gegen den SV Wehen Wiesbaden besiegelte den Abstieg in die Viertklassigkeit. Die Partie war geprägt von späten Wendungen und emotionalen Höhenflügen, doch am Ende bedeutete das Ergebnis für Aue den Gang in die untere Liga.
Wiesbaden begann stark: Moritz Flotho schoss die Hessen in der ersten Halbzeit in Führung. Der Vorsprung hielt bis zur Pause, doch nach dem Seitenwechsel kämpfte sich Aue zurück. Fast zunichtegemacht wurden ihre Bemühungen, als Niklas May mit einer roten Karte vom Platz flog – Wiesbaden musste die meiste Zeit der zweiten Hälfte in Unterzahl spielen.
Dann gelang Tarik Gözüsirin ein magischer Moment: Mit einer direkt verwandelten Ecke stellte er die Wiesbadener Führung wieder her. Der Treffer schien die Punkte bereits gesichert zu haben, doch Aue gab nicht auf. In der Nachspielzeit glich Moritz Seiffert zum 2:2 aus und löste damit hektische Szenen aus. Beide Mannschaften warfen sich in verzweifelte Zweikämpfe, blockten Schüsse und kämpften um jeden Ball – die Spannung stieg ins Unermessliche.
Nach dem Schlusspfiff räumte Aues Trainer Daniel Scherning ein, sein Team habe zwar Potenzial gezeigt, das Spiel nach der Führung aber nicht unter Kontrolle gehabt. Wiesbadens Coach Markus Stritzel bezeichnete die Partie als gemischte Erfahrung: Einerseits zufrieden, dass seine Mannschaft trotz Unterzahl standhielt, andererseits bewusst, dass sie es verpasst hatten, das Spiel früher zu entscheiden.
Das Unentschieden verhalf Wiesbaden jedoch zu einem Selbstvertrauensschub vor dem anstehenden Pokalfinale. Für Aue reicht der Punkt nicht – nach acht Jahrzehnten in der dritten Liga steht der Verein nun vor der Realität der Viertklassigkeit. Wiesbaden hingegen nimmt Schwung mit in die nächste Herausforderung und bewies unter Druck beeindruckende Widerstandskraft. Während für den einen Verein damit eine Ära endet, bedeutet das Ergebnis für den anderen einen moralischen Auftrieb.






