25 June 2026, 00:02

FDP-Streit eskaliert: Generalsekretär gibt Interview bei Junger Freiheit – Partei gespalten

Ex-FDP-Justizministerin bezeichnet JF als 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert: Generalsekretär gibt Interview bei Junger Freiheit – Partei gespalten

In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist ein Streit entbrannt, nachdem Generalsekretär Martin Hagen ein Interview der rechtsextremen Publikation Junge Freiheit gegeben hat. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, eine bekannte linke Stimme in der FDP, kritisierte den Schritt öffentlich. Die Auseinandersetzung legt tiefe Gräben innerhalb der Partei offen – insbesondere in der Frage, wie sie mit rechtspopulistischen Medien und politischen Akteuren umgehen soll.

Leutheusser-Schnarrenberger, die von 2009 bis 2013 unter Angela Merkel als Justizministerin amtierte, verurteilte Hagens Entscheidung scharf. Sie argumentierte, dass die Zusammenarbeit mit der Jungen Freiheit die rechtsextreme AfD (Alternative für Deutschland) salonfähig mache, und warnte vor jeder Form der Kooperation mit einer Partei, die sie als „von ethnonationalistischen und antiwestlichen Ideologen dominiert“ bezeichnete. Unterstützung erhielt sie von Sabine Döring, die aus Protest gegen Hagens Interview eine von der FDP organisierte Podiumsdiskussion verließ.

Hagen verteidigte seinen Schritt und betonte, die Junge Freiheit vertrete zwar rechtspopulistische Positionen, sei aber weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Zudem kritisierte er, dass die Gesellschaft – besonders während der Amtszeit Merkels – die Fähigkeit zum sachlichen Diskurs verloren habe. Rückendeckung erhielt er von Susanne Seehofer, Mitglied des FDP-Bundesvorstands, die forderte, die Partei müsse sich auch außerhalb des eigenen Lagers engagieren, um dem wachsenden Populismus etwas entgegenzusetzen.

Die Kontroverse weitete sich auf die Medien aus: Der Spiegel warf der FDP vor, mit dem Interview eine „journalistische Brandmauer“ durchbrochen zu haben.

Die Debatte innerhalb der Partei dreht sich nun um ihre Grenzen und Bündnisse. Während Hagen eine pauschale Absage an Gespräche mit rechtsextremen Medien ablehnt, lehnt Leutheusser-Schnarrenberger jede Annäherung an die AfD kategorisch ab. Der Konflikt zeigt, wie sehr die FDP mit ihrer Positionierung in der sich wandelnden politischen Landschaft Deutschlands hadert.

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