Fiberdays 26: Warum offene Glasfasernetze die Branche spalten und Chancen bieten
Emma KochFiberdays 26: Warum offene Glasfasernetze die Branche spalten und Chancen bieten
Offene Netzzugänge im Fokus: Die Debatte um Glasfaser-Infrastruktur auf den Fiberdays 26 in Frankfurt
Die Forderung nach offenem Netzzugang in Deutschlands Glasfasernetzen stand im Mittelpunkt der diesjährigen Fiberdays 26 in Frankfurt am Main. Mit fast 300 Anbietern, die bundesweit den Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur vorantreiben, diskutieren Branchenvertreter nun intensiv, wie sich Wettbewerb und Investitionen in Einklang bringen lassen. Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Rufe nach strengerer Regulierung lauter werden – insbesondere dort, wo bestehende Open-Access-Vereinbarungen ihre Ziele verfehlen.
Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur (BNetzA), betonte auf der Messe die Notwendigkeit schärferer Vorgaben, falls offene Netzzugänge keinen fairen Wettbewerb gewährleisten. Ihre Äußerungen fielen in eine Phase, in der der Entwurf des neuen Telekommunikationsgesetzes (TKG) eine Pflicht zur Verhandlungsführung für Betreiber von Einzelfasernetzen vorsieht. Demnach müssten Anbieter vor einer Ablehnung von Kooperationsangeboten zunächst Zugangskonditionen mit Konkurrenten aushandeln.
Frank Rosenberger von 1&1 Versatel berichtete, dass mittlerweile 83 Prozent der Geschäftskunden die Möglichkeit verlangen, zwischen mehreren Anbietern wählen zu können. Dieser Trend treibt immer mehr Betreiber dazu, Open-Access-Modelle einzuführen – trotz der höheren Anfangsinvestitionen. Steven Blount von EWE Tel räumte ein, dass offene Netze zwar zusätzliche Kosten verursachten, langfristig aber die volle Ausschöpfung der Infrastruktur ermöglichen, indem sie mehr Nutzer anziehen.
Einige Unternehmen haben den Wandel bereits vollzogen: Deutsche GigaNetz schloss kürzlich Open-Access-Vereinbarungen mit Bahnhof und Westconnect ab. Plusnet kündigte an, seine Dienste künftig über die Netze von OXG anzubieten. Die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge verpflichteten sich zudem, ihre Glasfaser-Infrastruktur bis 2030 oder 2031 für Dritte zu öffnen.
Die Bewegung hin zu offenen Netzen gewinnt an Fahrt – 68 Prozent der kommunalen Netzbetreiber betrachten das Modell mittlerweile als Branchenstandard. Konkrete Zeitpläne für eine flächendeckende Umsetzung fehlen jedoch meist noch, sodass abzuwarten bleibt, wie sich Regulierung und Marktdynamik auf die weitere Entwicklung auswirken werden.
Offene Netze als Treiber für Wettbewerb und Effizienz Die Glasfaserbranche setzt zunehmend auf Open Access, um den Wettbewerb zu beleben und die Netzauslastung zu optimieren. Zwar stehen die Betreiber vor höheren Anfangskosten, doch erkennen sie die langfristigen Vorteile geteilter Infrastrukturen. Angesichts wachsendem Regulierungsdruck und steigender Kundennachfrage könnte das Modell in den kommenden Jahren die deutsche Breitbandlandschaft grundlegend verändern.






