19 March 2026, 12:02

Frankfurt sagt Roger Waters-Konzert ab – Streit um Antisemitismus-Vorwürfe und Meinungsfreiheit

Plakatankündigung für ein Konzert in München, Deutschland mit Text, der das Ereignis und seine Bedeutung beschreibt.

Frankfurt sagt Roger Waters-Konzert ab – Streit um Antisemitismus-Vorwürfe und Meinungsfreiheit

Roger Waters' geplantes Konzert in Frankfurt abgesagt – Vorwurf des antisemitischen Hasses

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Das geplante Konzert von Roger Waters in Frankfurt wurde abgesagt, nachdem Stadtvertreter ihm antisemitische Hetze vorwarfen. Der ehemalige Pink-Floyd-Musiker weist die Vorwürfe zurück und betont, seine Kritik richte sich gegen die israelische Regierung, nicht gegen Jüdinnen und Juden. Unterstützer haben sich inzwischen hinter ihn gestellt und bezeichnen die Absage als Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Die Absage erfolgte nach Vorwürfen des Frankfurter Stadtrats und der hessischen Landesregierung. Diese verwiesen auf Waters' langjährige Kritik an der israelischen Politik sowie seine Unterstützung für die Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsbewegung (BDS). Die Behörden warfen ihm "anhaltendes antiisraelisches Verhalten" vor und üben Druck auf Künstler aus, in Israel nicht aufzutreten.

Waters reagierte mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Stadtrat; eine gerichtliche Entscheidung wird für diesen Freitag erwartet. Er hat wiederholt betont, dass sich seine Ablehnung gegen Regierungsmaßnahmen richte, nicht gegen jüdische Menschen oder ihren Glauben. Seine Haltung findet Rückhalt bei Künstlern, Wissenschaftlern und Aktivisten, die argumentieren, dass Kritik an Israel nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen sei.

Die Journalistin Katie Halper startete eine Petition zur Rücknahme der Absage, die bereits über 32.000 Unterschriften sammelte – darunter von prominenten Musikern, Gelehrten und Reportern. Halper und der Autor Vijay Prashad warnten, der Schritt setze ein gefährliches Präzedenzfall für die künstlerische Freiheit. Die Petition verweist zudem darauf, dass Waters' Positionen mit denen großer Menschenrechtsorganisationen übereinstimmen.

Obwohl es in Deutschland vereinzelt zu Absagen von Veranstaltungen wegen israelkritischer Äußerungen kam, gibt es keinen Beleg für eine flächendeckende Welle von Verboten in den letzten Jahren. Künstler und Aktivisten wehren sich weiterhin dagegen, dass politischer Widerspruch unter dem Vorwurf von Hass unterdrückt wird.

Der Streit um Waters' Konzert hat die Debatte über Meinungsfreiheit und die Grenzen politischer Kritik neu entfacht. Mit dem anstehenden Rechtsstreit könnte das Urteil künftig beeinflussen, wie deutsche Behörden mit ähnlichen Fällen umgehen. Bis dahin bleibt die Absage bestehen – Unterstützer wie Kritiker warten auf die richterliche Entscheidung.

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