Franziska Erdle übernimmt ABDA-Führung und setzt auf politischen Kurswechsel
Emma KochFranziska Erdle übernimmt ABDA-Führung und setzt auf politischen Kurswechsel
Franziska Erdle hat die Führung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) als neue Vorstandsvorsitzende übernommen. Sie folgt auf Dr. Sebastian Schmitz, der die Organisation bis Ende letzten Jahres geleitet hatte. Erdle bringt einen frischen Führungsansatz mit und plant, sowohl die internen Abläufe als auch das politische Engagement neu auszurichten.
Vor ihrem Wechsel zur ABDA war Erdle Vorstandsvorsitzende des Wirtschaftsverbands der deutschen Metallindustrie (WVM). Ihr Vorgänger, Dr. Sebastian Schmitz, hatte auf eine zurückhaltende Diplomatie gesetzt und sich bei der öffentlichen Interessenvertretung stark auf ehrenamtliche Kräfte gestützt. Unter seiner Führung konnte die ABDA durch direkte Gespräche mit Abgeordneten Änderungen am GKV-Finanzstabilisierungsgesetz 2023 durchsetzen.
Erdles Strategie markiert einen Kurswechsel: Sie will sich persönlich stärker in den Bundestag einbringen, überparteiliche Arbeitsgruppen bilden und politikübergreifende Bündnisse mit Fokus auf KI-Themen schaffen. Bis 2025 rechnet die ABDA mit einem Anstieg der Abgeordnetenkontakte um 25 Prozent im Vergleich zu 2023. Zudem sieht sie in der anstehenden Apothekenreform eine direkte Bedrohung für die lokalen Apotheken und die Patientenversorgung.
Intern gliedert Erdle die ABDA in 14 spezialisierte Einheiten um. Geplant sind außerdem Verbesserungen in der internen Kommunikation sowie der Einsatz von KI im Haus der Deutschen Apotheker. Als stellvertretende Vorstandsvorsitzende wird sie von Claudia Korf unterstützt, was die neue Führungsmannschaft stärkt.
Die unter Erdle eingeleiteten Veränderungen deuten auf eine aktivere Haltung in politischer und operativer Hinsicht hin. Ihre Umstrukturierung zielt darauf ab, den Einfluss der ABDA in Berlin zu festigen und gleichzeitig die internen Prozesse zu modernisieren. Wie sich diese Schritte auswirken, wird sich im Verlauf der Debatten um die Apothekenreform zeigen.






