21 April 2026, 10:03

Freispruch für Joana Marques: Satire siegt über Rufschädigungsvorwürfe

Ein Mann im Anzug spricht vor einem Publikum mit Mikrofon an einem Rednerpult, mit einem Banner im Hintergrund, wahrscheinlich zu einem sozialen Medienverbot der Regierung.

Freispruch für Joana Marques: Satire siegt über Rufschädigungsvorwürfe

Portugiesisches Gericht spricht Influencerin und Radiologin Joana Marques in allen Punkten frei

Ein portugiesisches Gericht hat die Influencerin und Radiologin Joana Marques vollständig von allen Vorwürfen freigesprochen, die das Pop-Duo Anjos gegen sie erhoben hatte. Das am 3. Oktober 2025 verkündete Urteil kam zu dem Schluss, dass es keine Beweise dafür gibt, dass ihr satirisches Video dem Leben oder der Karriere der Kläger geschadet habe. Marques hatte sich wegen Inhalten vor Gericht verantworten müssen, die das Duo als rufschädigend bezeichnete.

Seit Beginn des Prozesses setzte Marques ihre Arbeit fort und verband dabei Humor mit ihrem beruflichen Hintergrund. Erst kürzlich kündigte sie Pläne für eine neue Show mit dem Titel "Em Sede Própria" ("In meinem eigenen Raum") an und äußerte sich zugleich zu den weiteren Debatten über Meinungsfreiheit in Portugal.

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Satire ohne nachweisbaren Schaden Im Mittelpunkt des Rechtsstreits stand ein von Marques veröffentlichtes Video, das Anjos als schädlich für ihr privates und berufliches Leben darstellte. Das Gericht jedoch fand keinen direkten Zusammenhang zwischen der Satire und konkreten Nachteilen für das Duo. Das Urteil markiert einen klaren Sieg für Marques, die während des gesamten Verfahrens ihre Unschuld betont hatte.

Trotz des Prozesses blieb Marques sowohl in ihrer medizinischen Laufbahn als auch in ihren öffentlichen Auftritten aktiv. Wie sie verriet, hatte sie die Spielstätten für "Em Sede Própria" bereits vor Beginn des Gerichtsverfahrens gesichert. Die neue Show, so erklärte sie, werde ihre doppelte Expertise als Radiologin und Komikerin nutzen und eine frische Perspektive auf gesellschaftliche Themen bieten.

Kritik an doppelten Standards in der Meinungsfreiheit Über ihren eigenen Rechtsstreit hinaus positionierte sich Marques deutlich in kulturellen Debatten. Sie kritisierte etwa die jüngsten Äußerungen der TV-Moderatorin Cristina Ferreira, die sie als Ausdruck tiefer verwurzelter sexistischer Haltungen in der öffentlichen Diskussion wertete. Ferreira, so Marques' Vorwurf, vertrete eine widersprüchliche Haltung zur Meinungsfreiheit: Einerseits unterstütze sie diese grundsätzlich, andererseits lehne sie abweichende Meinungen pauschal ab.

Wachsende Popularität trotz Kontroverse Die Kontroverse um den Prozess hat Marques' Beliebtheit sogar noch gesteigert. Ihre aktuelle Tour war mit 17 ausverkauften Shows in Porto und Lissabon ein voller Erfolg – ein Beweis für ihre anhaltende Anziehungskraft. Zudem bestätigte sie, auch nach dem Rückzug ihrer langjährigen Partnerin Bumba na Fofinha von der Bühne weiter mit ihr zusammenzuarbeiten. Die Kooperation, so Marques, bleibe ein zentraler Bestandteil ihrer kreativen Projekte.

Mit dem Freispruch ist die rechtliche Unsicherheit für Marques beseitigt, sodass sie sich nun voll auf ihre neue Show und zukünftige Projekte konzentrieren kann. Ihr Tour-Erfolg und die laufenden Kooperationen zeigen, dass ihre Karriere vom Prozess unberührt bleibt. Gleichzeitig unterstreicht das Urteil die Grenzen von Satire und freier Meinungsäußerung im portugiesischen öffentlichen Raum.

Quelle