Fürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für Armutsdelikte und Gewaltopfer
Paul FischerFürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für Armutsdelikte und Gewaltopfer
Der Fürther Jugendrat hat einen Antrag mit dem Titel „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ eingebracht. Darin fordert er Unterstützung statt Bestrafung für Menschen, die aus Armut Straftaten begehen. Die Vorlage wird am 1. Juli 2023 beraten.
Auslöser für den Antrag waren Diskussionen über Schwarzfahren im Öffentlichen Nahverkehr. Ursprünglich hatte der Jugendrat argumentiert, dass solche Fälle nicht an die Behörden gemeldet werden sollten. Mittlerweile ist er jedoch der Ansicht, dass ein bloßer Verzicht auf Strafverfolgung bei Armutsdelikten nicht ausreicht.
Stattdessen setzt sich der Rat für eine frühzeitige Einbindung der Jugendhilfe in Strafverfahren ein, um Betroffenen Beratung und Hilfe zukommen zu lassen. Zudem schlägt er aufsuchende Straßenarbeit und mobile Jugendarbeit vor, um junge Straftäter zu unterstützen.
Alexander Bohn, der Vorsitzende des Jugendrats, betont die Bedeutung von aufsuchender Sozialarbeit, um die Ursachen von Armut zu bekämpfen. Seine Stellvertreterin Julia Dierauf ergänzt, dass Jugendliche, die aus Armut heraus straffällig werden, gezielte Hilfe benötigen. Clemens Trompke, Beisitzer im Vorstand, weist auf das wachsende Problem sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt hin.
Um diesem entgegenzuwirken, fordert der Jugendrat eine zentrale Meldestelle für Betroffene. Diese soll anonymisierte Anzeigen ermöglichen und den Zugang zu Unterstützung erleichtern.
Ziel des Antrags ist es, den Fokus von Strafe auf Prävention und Hilfe zu verlagern. Bei Annahme könnten neue Unterstützungsstrukturen für benachteiligte Gruppen entstehen. Die Debatte am 1. Juli wird zeigen, wie es mit den Vorschlägen weitergeht.
