07 April 2026, 12:04

GDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn als "Geldwäschemaschine" und fordert radikale Reformen

Schwarz-weiß-Postkarte des Bahnhofs Germersheim in Deutschland, die ein Bahnhofsgebäude, einen Zaun, einen Straßenpfahl, Menschen, Fahrzeuge, Bäume und einen bewölkten Himmel zeigt.

GDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn als "Geldwäschemaschine" und fordert radikale Reformen

Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf kritisiert. Er bezeichnete die Finanzgeschäfte des Konzerns als "Geldwäschemaschine" – angesichts ihrer Undurchsichtigkeit und Komplexität. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der DB-Vorstandschefin Evelyn Palla umfassende Umstrukturierungspläne vorantreibt.

Reißen richtete seinen Vorwurf insbesondere gegen die internen Abrechnungspraktiken der Bahn sowie ihr weitverzweigtes Netz aus Tochtergesellschaften. Zeitweise gehörten über 1.000 kleinere Unternehmen zum DB-Konzern, mittlerweile ist ihre Zahl auf knapp unter 600 gesunken. Solche Strukturen, so Reißen, verschwendeten Ressourcen und verwischten Verantwortlichkeiten.

Gleichzeitig unterstützte er jüngste Entscheidungen Pallas, darunter die Entlassung von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sowie der Finanzvorständin Karin Dohm. Die Halbierung der Führungsebene bezeichnete er als notwendigen Schritt zur Steigerung der Effizienz. Die Berufung Dohms hingegen kritisierte er scharf: Der Vorstand habe gewusst, dass sie nicht über die erforderlichen Qualifikationen für die Position verfügte.

Obwohl Reißen Pallas Reformkurs grundsätzlich befürwortet, forderte er sie auf, weniger Versprechungen zu machen und stattdessen konkreter zu handeln. Moderne Technologien und bessere Unternehmensführung könnten die Produktivität – besonders im Fernverkehr – deutlich erhöhen, so der GDL-Chef. Gleichzeitig warnte er, dass Dohms Ernennung zu weiteren Konflikten führen könnte.

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Reißens Aussagen spiegeln die anhaltenden Spannungen um die Finanzpolitik und Personalentscheidungen der Deutschen Bahn wider. Seine grundsätzliche Unterstützung für Pallas Reformen ist von Frust über vergangene Fehlbesetzungen und zögerliche Fortschritte geprägt. Die Kritik des Gewerkschaftschefs erhöht den Druck auf den Konzern, während die Umstrukturierung weiter voranschreitet.

Quelle