Geheime DDR-Ruine für 60.000 Euro versteigert – doch niemand darf sie nutzen
Emma KochGeheime DDR-Ruine für 60.000 Euro versteigert – doch niemand darf sie nutzen
Eine verfallene Militärruine im Greifswalder Bodden ist für 60.000 Euro versteigert worden. Die verlassene Anlage, bekannt als Ostervilm, liegt auf einer künstlichen Insel in der Nähe des geschützten Naturschutzgebiets Vilm. Einst eine geheime Stätte der Volksmarine der DDR, ist sie heute ein bröckelndes Relikt ohne klare Zukunftsperspektive.
Der Käufer hat ein Objekt mit gravierenden rechtlichen und praktischen Einschränkungen erworben. Eine Nutzung oder Bebauung der Insel ist aufgrund ihrer abgelegenen Lage und fehlender Infrastruktur so gut wie unmöglich.
Ostervilm wurde als Entmagnetisierungsstation für die DDR-Volksmarine errichtet. Die Anlage, die dazu diente, die magnetische Signatur von Schiffen zu verringern, unterstand strenger militärischer Kontrolle. Nach dem Fall der DDR wurde der Standort sich selbst überlassen – Betongerüst und Eisenverkleidung geben seitdem dem Wetter schutzlos preis.
Die Insel selbst ist ein technisches Kuriosum. Sie ruht auf 600 Holzpfählen, während die Konstruktion mit Eisen und Holz verkleidet ist. Die exponierte Lage hat den Verfall im Laufe der Zeit beschleunigt. Ähnliche Entmagnetisierungsanlagen der Marine sind noch heute in Kiel und Wilhelmshaven in Betrieb, doch Ostervilms Zweck endete vor Jahrzehnten.
Anfang Juni wurde das Objekt mit einem Startgebot von 39.000 Euro versteigert. Der endgültige Kaufpreis stieg auf 60.000 Euro – doch der neue Eigentümer sieht sich erheblichen Hindernissen gegenüber. Die Anlage liegt in einer „Außenzone“, was bedeutet, dass jeder Bau einen Bebauungsplan erfordern würde, den die Behörden voraussichtlich nicht genehmigen werden. Ohne gesicherten Zugang oder Anschluss an Versorgungsnetze bleibt eine legale Nutzung unmöglich.
Experten bezeichnen den Kauf als „Katz im Sack“. Die Nähe der Insel zu Vilm, einst ein Ferienrefugium für die politische Elite der DDR, verleiht dem Ort historischen Reiz. Doch die abgelegene Lage und die geschützte Umgebung lassen kaum realistische Nutzungsmöglichkeiten zu.
Der Verkauf von Ostervilm markiert ein weiteres Kapitel für eine in der Zeit erstarrte Anlage. Ihre militärische Vergangenheit und die abgelegene Lage machen sie zu einer Kuriosität, nicht jedoch zu einem nutzbaren Objekt. Vorerst bleibt die Insel ein verfallendes Denkmal – gefangen zwischen Geschichte und den harten Realitäten moderner Vorschriften.






