23 June 2026, 20:01

Gericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal

Ein deutsches Gericht hat Der Spiegel die Veröffentlichung zentraler Vorwürfe in einem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen untersagt. Das Urteil verbietet dem Magazin, zu behaupten, Ulmen habe mit künstlicher Intelligenz erzeugte Pornografie mit dem Abbild seiner Ex-Frau Collien Fernandes erstellt oder verbreitet. Fernandes wirft Ulmen separat körperliche Misshandlung vor – darüber darf die Publikation weiterhin berichten.

Das Hanseatische Oberlandesgericht erließ eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel. Es sah keine ausreichenden Beweise dafür, dass Ulmen gefälschte pornografische Inhalte mit Fernandes’ Ähnlichkeit produziert oder verbreitet habe. Zudem entschied das Gericht, dass bestimmte Zitate aus privaten E-Mails Ulmens an seinen Anwalt dem Datenschutz unterlägen und nicht veröffentlicht werden dürften.

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Die Entscheidung ist ein Erfolg für Ulmens Anwaltskanzlei Schertz-Bergmann. Die Kanzlei argumentierte, das Urteil werde die öffentliche Debatte versachlichen und eine Vorverurteilung ihres Mandanten verhindern. Unterdessen ermitteln Staatsanwälte in Potsdam weiterhin wegen der separaten Vorwürfe der häuslichen Gewalt gegen Ulmen.

Der Fall hat politische Reaktionen ausgelöst. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte Pläne an, die Gesetze gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes zu verschärfen. Konservative Politiker wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) fordern eine verpflichtende Klarnamenspflicht im Internet. Andere Politiker, darunter SPD-Vorsitzende Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang, setzen sich für strengere Regeln gegen den Missbrauch von KI ein.

Die einstweilige Verfügung beschränkt, was Der Spiegel über Ulmens mutmaßliche Verstrickung in den Deepfake-Skandal veröffentlichen darf. Das Gerichtsurteil berührt nicht die separaten Misshandlungsvorwürfe von Fernandes. Unterdessen diskutieren Politiker über Reformen, um digitale sexualisierte Gewalt und KI-Missbrauch gesetzlich einzudämmen.

Quelle