Gorleben: Atomlager erhält 20 Jahre Verlängerung – trotz Sicherheitsbedenken
Emma KochGorleben: Atomlager erhält 20 Jahre Verlängerung – trotz Sicherheitsbedenken
Deutschlands Atomlager Gorleben erhält 20 Jahre längere Betriebsgenehmigung
Die Laufzeit des Zwischenlagers für atomaren Abfall in Gorleben wird um 20 Jahre verlängert. Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund von Verzögerungen bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle. Die aktuelle Genehmigung wäre 2034 nach 40 Jahren Betrieb abgelaufen.
Die Anlage wurde ursprünglich zwischen 1982 und 1983 errichtet. Ihre Wände und Decken sind dünner als die neuerer Zwischenlager. Derzeit lagern dort 113 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Abfall.
Die bundeseigene Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) begründet die Verlängerung mit Sicherheitserfordernissen. Seit 2024 errichtet der Betreiber eine zehn Meter hohe Schutzwand um das Gelände. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wird das Genehmigungsverfahren für die Verlängerung begleiten.
Umweltverbände, darunter die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg (BI), äußern jedoch Bedenken. Sie stellen die langfristige Standfestigkeit der Anlage, die Sicherheitsvorkehrungen und das Verhalten der Behälter über die Jahre infrage.
Die Verlängerung soll die Lücke bis zur geplanten Inbetriebnahme eines Endlagers ab 2031 überbrücken. Die Anlage bleibt nun mindestens bis 2054 in Betrieb. In dieser Zeit werden Aufsichtsbehörden und Betreiber die Sicherheit und bauliche Integrität kontinuierlich überwachen.
