Grüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliche Doppelspitze nach Wahldebakel
Paul FischerGrüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliche Doppelspitze nach Wahldebakel
Die Grünen in Rheinland-Pfalz wählen erstmals ein rein weibliches Führungsteam
Zum ersten Mal haben die Grünen in Rheinland-Pfalz ein rein weibliches Spitzenduo an die Spitze gewählt. Auf dem jüngsten Parteitag wurden Carolin Cloos und Christin Sauer zu gleichberechtigten Landesvorsitzenden gewählt. Die neue Landesführung markiert einen Neuanfang nach dem deutlichen Verlust der Partei bei der Landtagswahl im März.
Mit nur 7,9 Prozent der Stimmen verfehlten die Grünen im März den Wiedereinzug in die Landesregierung und beendeten damit 15 Jahre Regierungsbeteiligung. Das Ergebnis katapultierte die Partei in die Opposition und löste Forderungen nach einem neuen Kurs aus. Die Delegierten reagierten darauf mit der Wahl zweier neuer Co-Vorsitzender: Carolin Cloos aus Worms und Christin Sauer aus Mainz.
Cloos erhielt 72,28 Prozent der Stimmen, Sauer 63,37 Prozent. Die 33-jährige Sauer sitzt seit 2019 im Mainzer Stadtrat und führte zuvor den örtlichen Green-Verband an. Beide betonten die Notwendigkeit einer stärkeren Bürgerbeteiligung und versprachen, auf die Anliegen der Wählerinnen und Wähler einzugehen.
Katrin Eder wird künftig die Grünen-Fraktion im Landtag in Mainz anführen. Ihre Kandidatur war jedoch in die Kritik geraten, nachdem ihr vorgeworfen worden war, sich für ein Projekt Verantwortung zugeschrieben zu haben, das sie nicht geleitet hatte. Unterdessen wurden Paul Bunjes und Natalie Cramme-Hill als Landtagsabgeordnete bestätigt.
Christin Sauer kündigte an, die Grünen würden die Landesregierung mit scharfen inhaltlichen Debatten herausfordern. Sie warnte vor Rückschritten in Umwelt- und Sozialfragen und setzte damit einen kämpferischen Ton für die kommenden Oppositionsjahre.
Die neue Führung will nach dem Wahldebakel die Unterstützung zurückgewinnen. Mit einem rein weiblichen Team an der Spitze setzen die Grünen auf mehr Dialog mit der Bevölkerung und eine strengere Kontrolle der Regierungspolitik. Ihr Ziel ist es, durch konsequente Themenarbeit wieder an Einfluss zu gewinnen.






